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Zurück auf Null oder die Herausforderung, den Anfängergeist zu kultivieren

Lars Eidinger gehört zu den Schauspielern, die ich am meisten schätze. Egal ob im Theater oder in seinen Film-Rollen: Eidinger lässt mich nie gleichgültig, sondern fordert mich zur Auseinandersetzung heraus. In seinen verschiedenen Rollen provoziert er mich, erschreckt mich, widert mich manchmal an, empört mich, verführt mich und vieles mehr. Kurz: Lars Eidinger ist für mich das Ausnahme-Talent seiner Generation.

Nun habe ich den Interview-Band „Eidinger“ gelesen. Darin habe ich viel darüber erfahren, wie sich Lars Eidinger auf seine Rollen vorbereitet, was Schauspielerei für ihn bedeutet und wie er seine herausragende Schauspiel-Kunst entwickelt.

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Besonders beeindruckt hat mich das „Nullen“. Seither übe ich mich darin, das in vielen Situationen selbst praktisch zu erproben. Lars Eidinger erklärt es im Interview so: Zurück auf Null oder die Herausforderung, den Anfängergeist zu kultivieren weiterlesen

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Buch-Rezension: New Work – Wie wir morgen tun, was wir heute wollen

„Was ist eigentlich dieses New Work?“  werde ich häufig gefragt. Der Begriff wird für alles Mögliche benutzt - seien es flexible Arbeitszeitmodelle, Home Office, Remote Work, mehr Mitbestimmung in Unternehmen, „Augenhöhe“ oder neue Organisationsformen. Wirklich fix definiert ist der Begriff nicht. Er bietet Raum für viele individuelle Interpretationen.

Isabelle Kürschner schildert in ihrem lesenswerten Buch „New Work - Wie wir morgen tun, was wir heute wollen“ zentrale Themen der Veränderungen in der Arbeitswelt. Sie stellt dar, was sich durch Globalisierung, kürzere Innovationszyklen, demografischen Wandel, Digitalisierung, den Wertewandel u.v.m. verändert hat. Ihr Anliegen ist, zu zeigen, dass jeder Mensch seine Arbeits-Biographie selbst gestalten muss, um vom Wandel zu profitieren.

Der Wandel macht vor niemandem und vor keiner Branche Halt. Widerstand sei zwecklos, schreibt Isabelle Kürschner: „Je mehr wir uns über die Zukunft informieren, desto besser können wir uns auf sie vorbereiten. (...) Desto größer sind auch die Chancen, in Zukunft zu den heiß begehrten Fachkräften zu gehören.“ Nach wie vor ist das Wissen um New Work in den meisten Organisationen nicht angekommen, geschweige denn umgesetzt. Buch-Rezension: New Work – Wie wir morgen tun, was wir heute wollen weiterlesen

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Gesellschaft – it´s broken, let´s fix it: Komplexer denken, weniger impulsiv reagieren

„So wie es ist, geht es nicht weiter. Aber wo ist der Ausweg?“

Aus: „Die Mutter“ von Bertolt Brecht

Angenehme Überraschung zum Auftakt der Jubiläums-re:publica TEN: Eher zufällig spülte es mich in das spannende Eröffnungs-Panel „Gesellschaft - it´s broken, let´s fix it“. Es war ein guter Einstieg in einen der weltweit wichtigsten Events rund um die digitale Gesellschaft. Über 8 000 Menschen waren 2016 auf der re:publica. Der jüngste Speaker war 11 Jahre alt, der älteste 73. Vermutlich einmalig in Deutschland: 46% der SpeakerInnen waren weiblich.

Sich nicht dem Pessimismus ergeben

Wir dürfen uns nicht dem Pessimismus ergeben“, sagte Frank Richter von der Landeszentrale zum Einstieg in die Diskussion. Die zwölf Monate seit der re:publica 2015 waren politisch äußerst turbulent. „Wut macht aber nur hilflos, wenn man nicht auf die Andersdenkenden zu geht“, sagte Caroline Mohr, demnächst Chefin vom Dienst bei Spiegel Online. „Wir müssen immer wieder sprechen und argumentieren, nur das schleift radikale Haltungen ab. Wir dürfen die Leute nicht verlieren. Kommunikation ist alternativlos. Die Frage ist nur, was ist sie uns wert?“ Gesellschaft – it´s broken, let´s fix it: Komplexer denken, weniger impulsiv reagieren weiterlesen

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Weniger Image, mehr Profil: Ein Plädoyer für eine neue Schrulligkeit

Nur derjenige hat Erfolg, der seine Rolle als Angestellter oder Chef richtig spielt. Authentischer Selbstausdruck sei völlig unangebracht, war kürzlich bei Spiegel Online zu lesen. Jeder werde dafür bezahlt, auf professionelle Art und Weise seine Rolle wahrzunehmen. „Performance-Management“ sei für den beruflichen Erfolg das wesentlich Relevante.

Ich fürchte Schlimmes für die Zukunft: Dieses „Performance-Management“ treibt schon jetzt kuriose Blüten. Zwei Beispiele aus meiner Alltags-Beobachtung:

  • Die junge HR-Frau, die munter, dienstbeflissen, unerträglich gespreizt und vor allem ohne Punkt und Komma plappert. Sie hält das wohl für professionelle Kommunikation, der Wortschwall ist aber vor allem nervig. Nicht auszudenken, mit dieser Frau den Tag in einem Großraum-Büro verbringen zu müssen. Ich wünsche ihr Kollegen, die ihr dazu einfühlsam Feedback geben.;-)
  • Die Speakerin, deren Auftritt von Minute 1 bis 45 perfekt durchgeplant ist. Trotzdem lacht über die beiden einstudierten Scherzchen nach 1 000 Auftritten von Flensburg bis Innsbruck kaum noch einer. Soviel Perfektionismus und Unnahbarkeit macht den Zuhörern richtig Angst. Das Besondere, Individuelle ist doch das, was Menschen von Robotern unterscheidet.

Seit wann sind Exzentriker eigentlich so verpönt? Seit wann ist Anpassung so beliebt? Früher galt ein Exzentriker einfach als Sonderling. Er war „ex centro“ - aus der Mitte - weil er sich nicht so verhielt, wie es den Normen und Regeln entsprach. Schrullen wurden toleriert.

Hier eine kleine Auswahl berühmter Schrullen: Weniger Image, mehr Profil: Ein Plädoyer für eine neue Schrulligkeit weiterlesen

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re:publica #rpTEN Zum zehnten Jubiläum ein bisschen Planung und viel Go with the Flow!

Hier meine vorläufige Planung für die #rpTEN - Das zehnte re:publica-Jubiläum. Wie immer gilt: Kurzfristige interessante Gespräche ersetzen die besten Vorsätze und den information overkill überwinde ich im Hof, bei schlechtem Wetter auf dem Affenfelsen. 😉 Stage 1 und Stage 2 kann durch kleinere interessante Sessions ersetzt werden, Tipps und Hinweise sind willkommen.

Here we go:

Check-in Sonntagabend pre:publica

Montag, 2. Mai 2016

Möglicherweise Opening, vermutlich aber eher nicht. Also gegen 12 Uhr Hof bei gutem Wetter oder Affenfelsen. Die erste Session wird wahrscheinlich:

13.30 Uhr

Mehr Mitgefühl statt Kritik, das finde ich ein lobenswertes Anliegen. Wir alle meckern zuviel. Ich will mich bessern 😉

The Courage of Compassion: Transforming Your Experience With Criticism: Heather Armstrong, Stage 1

https://re-publica.de/16/session/courage-compassion-transforming-your-experience-criticism

16.00 Uhr

Keine Frage: Der Talk von Soziologe Sennett muss für mich sein. Seit 1998 sein Buch „Der flexible Mensch“ erschienen ist, lese ich seine Bücher, „live“ habe ich ihn aber noch nie erlebt. Auf seine Ausführungen über Menschen als „Macher“ bin ich sehr gespannt.

We all are Homo faber: Making, Open Systems and Terms of Cooperation: Richard Sennett, Stage 1 re:publica #rpTEN Zum zehnten Jubiläum ein bisschen Planung und viel Go with the Flow! weiterlesen

CSR: „Moralische Verantwortung bleibt im Unternehmen, wenn´s schief geht“

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Ein pragmatischer Manager mit Humor, Physiker mit einem Faible für Philosophie und Kultur: Prof. Dr. Werner Sohn hat u.a. für Lufthansa, Deutsche Bahn und Deutsche Post DHL und Danzas gearbeitet. Weil er sich in der Logistik bestens auskennt, hat er seit 2012 die Stiftungsprofessur Spedition und Logistik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin inne.

Er hat außerdem eine Software entwickelt, die kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dabei unterstützt, Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen zu etablieren und der Berichtspflicht nach zu kommen.

In diesem Interview sagt Prof. Sohn, weshalb

  • Corporate Social Responsibility dazu dient, Fachkräfte zu gewinnen
  • weshalb CSR ein Wettbewerbsfaktor für KMU ist
  • Unternehmen CSR nicht als „Ablasshandel“ betreiben dürfen

Herr Professor Sohn, vor der Corporate Social Responsibility kommt die Werte-Diskussion in Unternehmen - oder? CSR: „Moralische Verantwortung bleibt im Unternehmen, wenn´s schief geht“ weiterlesen

Blog-Kritik 03: Umsteuern, wenn der Lebenslauf als “biographischer Unfall” empfunden wird

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Ute Schulze aus Bonn hat die Blog-Kritik für den März übernommen. Als wir uns kennenlernten sagte sie: „Mein Lebenslauf ist ein einziger biografischer Unfall!“ Empfinden Sie das wirklich so, Ute?

Ja. Ich war tatsächlich von meinen 30 Berufsjahren ganze 27 Jahre der Meinung ich sei eine Vertrieblerin mit dem Ziel Produkte und/ oder Dienstleistungen zu verkaufen. Vor ca. 3 Jahren habe ich das alles einmal in Frage gestellt und gemerkt, dass dies weder mein persönliches Ziel noch meine Motivation und schon gar nicht mein Potenzial ist. Ich habe mir sehr lange Zeit gelassen mich zurückzunehmen, mich auszuprobieren und mir vor allem Zeit dafür gelassen, meinen eigenen Weg zu finden. Das besondere daran ist die Art und Weise: Ich suche nicht nach meinem Weg, sondern bin bereit, Ihn zu finden. Das macht einen großen Unterschied: es nimmt den Druck raus und lässt das Ergebnis völlig offen!

Und wie finden Sie diesen eigenen Weg konkret? Blog-Kritik 03: Umsteuern, wenn der Lebenslauf als “biographischer Unfall” empfunden wird weiterlesen

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Hoffnung als Impuls für Handlung: Wer ins Gelingen verliebt ist, wird mutiger und wagt etwas

Tod und Auferstehung von Jesus gedenken Christen zu Ostern. Ein guter Zeitpunkt, um über Hoffnung zu sprechen. Die Journalistin Kathrin Klette hat jetzt im März ein Buch darüber herausgebracht: „Hoffen - eine Anleitung zur Zuversicht“. Sie bezeichnet darin „Hoffnung als Element der Resilienz“. In diesem Interview sagt sie, wie Hoffnung entsteht, warum wir sie brauchen und wie sie unser Handeln bestimmt.

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Frau Klette, warum lohnt sich das Hoffen?

Es ist eine sehr unsichere Zeit, in der wir leben. Die Terroranschläge in Brüssel zeigen uns das wieder: Es kann immer und überall passieren - vollkommen willkürlich werden Menschen zu Opfern, ohne Ankündigung. Wir werden heute mit neuen Unsicherheiten konfrontiert und müssen damit umgehen - nicht nur weltpolitisch, auch in Beziehungen und am Arbeitsplatz. Wir fragen uns: Wie kann ich stark und zuversichtlich bleiben? Was trägt mich? Wie kann ich mit einem guten Gefühl in die Zukunft gehen? Es ist die Hoffnung, dass etwas gut werden wird und dass der Einzelne selbst etwas dazu beitragen, sein Leben steuern kann.

Viele Menschen erlebe ich resigniert, manche verzweifeln sogar an der gegenwärtigen Lage. Kann man Hoffnung lernen? Hoffnung als Impuls für Handlung: Wer ins Gelingen verliebt ist, wird mutiger und wagt etwas weiterlesen

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Fortschritt in Beziehung: Warum Narzissten in der neuen Arbeitswelt scheitern werden

Verliebt ins eigene Selbst, stolz und bedürftig nach Liebe und Bewunderung, gleichzeitig voller Ablehnung gegen andere Menschen - so soll Narziss gewesen sein. Die griechische Legende erzählt, er sei beim Anblick seines Spiegelbildes in einer Quelle ertrunken.

Aber Narziss ist nicht tot. In der Arbeitswelt ist er ein Massenphänomen, doch seine besten Tage sind gezählt: Viele Narzissten haben es zunehmend schwer, in Teams und Kooperationen zu bestehen. Sie kommen mit ihren Verhaltensmustern schneller als bisher an ihre Grenzen und stoßen auf Widerstand.

Projekte platzen und die Kunden bleiben weg

Der selbstständige Thorsten Ganter* (51) ist ein Beispiel dafür: „Bei mir läuft es nicht, dabei mache ich nichts anderes als früher.“ Vermutlich ist genau das ein Problem und die Art, wie er mit anderen kommuniziert. Mehrfach habe ich ihn in Gesprächen erlebt. Thorsten Ganter dominiert jedes Meeting, indem er schier endlose Monologe hält. Er fällt anderen ins Wort, reißt ihre Beiträge an sich, verkauft sie als eigene Leistung. Thorsten Ganter wertet andere ab und verträgt keinen Hauch von Kritik. Wenn er mit seinem Verhalten Konflikte provoziert, schiebt er die Schuld auf andere. Seine Kunden schätzen das natürlich gar nicht. Wer kann, geht ihm aus dem Weg. Projekte platzen, Kooperationspartner wenden sich ab, die Kunden bleiben weg.

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Thorsten Ganter ist kein Einzelfall. Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz hat 2012 „Die narzisstische Gesellschaft - Ein Psychogramm“ geschrieben. Darin postuliert er, dass wir gesunden Narzissmus als Basis für Selbstwert und Selbstvertrauen brauchen. Wenn aber die Balance fehlt, treten Narzissmus-Störungen in zwei Formen auf: Größenselbst-Narzissten mit übermäßiger Selbstliebe und Größenklein-Narzissten mit mangelnder Selbstliebe. Fortschritt in Beziehung: Warum Narzissten in der neuen Arbeitswelt scheitern werden weiterlesen

Werte-Welten Arbeit 4.0 : Warum es künftig nicht die eine neue Arbeitswelt geben kann

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Wenn es um die Arbeit und die Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen geht, ist Deutschland auch nach 25 Jahren Einheit deutlich gespalten: Im Westen Deutschlands geht es mehrheitlich darum, „frei von Druck und Sorgen arbeiten zu können.“ Im Osten steht „Geschwindigkeit und Effizienz erhöhen“ auf Platz 1. Im Südosten geht es demnach darum, sich „auf den wirtschaftlichen Erfolg zu konzentrieren und erarbeitete Privilegien zu genießen“.

Das sind nur drei von vielen Befunden der heute in Berlin vorgestellten Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat sie bei der Bremer Nextpractice GmbH  in Auftrag gegeben. Nextpractice wurde vom 2015 leider viel zu früh verstorbenen Prof. Peter Kruse gegründet.

Für die Studie wurden 1 200 Personen befragt, darunter 1 000 Menschen mit Arbeit. Zwei Kontrollgruppen mit jeweils 100 Personen nahmen ebenfalls an der Studie teil. Ziel war, repräsentativ zu erheben, wie die Befragten die heutige Arbeitswelt erleben und welche sie sich in der Zukunft wünschen.

Ich fasse hier die für mich spannendsten Ergebnisse der 53 Seiten-Studie zusammen. Am Ende des Textes finden Sie den Link, unter dem Sie sich die komplette Studie herunterladen können. Viel Spaß beim Lesen! 😉

Übergreifend formulieren die Befragten Arbeitnehmer aus Deutschland folgende Sorgen: Werte-Welten Arbeit 4.0 : Warum es künftig nicht die eine neue Arbeitswelt geben kann weiterlesen