Best Practise: CSR und Nachhaltige Innovation als Treiber für Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit


BildFrisch gedruckt und gerade erschienen ist das Handbuch „CSR und Nachhaltige Innovation - Zukunftsfähigkeit durch soziale, ökonomische und ökologische Innovationen“ beim Springer Gabler Verlag. Das 410 Seiten starke Handbuch gehört zur Management-Reihe Corporate Social Responsibilty und kostet 29,99 Euro. Es ist auch als E-Book erhältlich.

34 Autoren, darunter auch ich, schreiben über konkrete und nachahmenswerte Beispiele von Unternehmen, die auf Corporate Social Responsibility großen Wert legen und trotzdem - oder gerade dadurch -wirtschaftlich sehr erfolgreich sind. Häufig zweifeln Unternehmer genau das an und behaupten, sie könnten entweder nachhaltig produzieren oder Gewinne erzielen. Das Eine schließt das Andere nicht aus, das belegt unser Handbuch mit eindrucksvollen Beispielen. Viele davon können als Inspiration und Vorbild dienen, die eigenen Produktions- und Handlungsweise zu verändern.

Das Handbuch ist in die drei Teile Wissenschaft und Politik, Großindustrie und Mittelstand sowie Gesellschaft und Beratung gegliedert.

In meinem Text „Die „Aktie Lotti“: Nachhaltiges Wirtschaften macht Unternehmen erfolgreich - Sieben Praxis-Beispiele aus der Schweiz geht es um Schweizer Unternehmen, die sich gerade mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen am Markt behaupten und immense Zuwächse verzeichnen.  Best Practise: CSR und Nachhaltige Innovation als Treiber für Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit weiterlesen

„Komm! Ins Offene, Freund!“ oder warum 2017 die Antwort auf die Frage „Wie?“ einfach JA ist

2017 schreibe ich mir den „Jazz Mindset“ auf die Fahne, den ich von meinem geschätzten Kollegen Jack Pinter gelernt habe. Ich möchte Offenheit allen Veränderungen gegenüber leben, das Neue und Unbekannte bewusst einladen und einfach Ja sagen.

Das geht mit einigen Experimenten, zum Beispiel so:

  • eigene Routinen bewusst unterbrechen
  • Lösungsorientierung: Daran glauben, dass es Lösungen gibt - auch für vertrackte Probleme
  • neue Ideen bewusst unterstützen
  • Kontrollversuche unterlassen
  • in Experimente reinspringen, Provisorien wertschätzen
  • Inklusion leben: Andere bewusst miteinbeziehen statt auszuschließen

Die Antwort auf die Frage „Wie“ ist Ja!

bild2017 feiere ich zwei Jubiläen: Das eine ist das 25-jährige Jubiläum meines Studienbeginns an der Universität Tübingen 1992. Das zweite der Abschluss des Studiums fünf Jahre später, 1997. Eng verbunden mit Tübingen war der Lyriker Friedrich Hölderlin. Über den Jahreswechsel dachte ich immer wieder an seine Elegie „Das Gasthaus. An Landauer“. Sie inspirierte mich zu diesem Blog-Artikel. Hölderlin schrieb:

„Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute

Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein. „Komm! Ins Offene, Freund!“ oder warum 2017 die Antwort auf die Frage „Wie?“ einfach JA ist weiterlesen

Blog-Rückblick 2016: Von Ungehorsam, VUKA-Welt und Innovation

Dankeschön liebe Blog-Leserinnen und Leser für Ihr/ Euer Interesse an meinem Blog im ablaufenden Jahr 2016. Ein Dankeschön auch an WordPress-Statistics als Open Source-Produkt, das es mir erlaubt, diese Zahlen zu erheben und Ihnen/ Euch mitzuteilen.

Mit großer Freude zählte ich heute bis 12 Uhr mittags auf meinem Blog ganze 48 518 Besucher seit dem 1. Januar 2016. Die Zahl der Seiten-Aufrufe betrug in diesem Jahr 151 468 - ich fühle mich geehrt und bin auch ein bisschen Stolz. Es war und ist mir eine Freude, für Sie/ für Euch zu schreiben! 😉

Das sind die einzelnen Platzierungen in der Top 10 der Blog-Artikel, von hinten nach vorn: Blog-Rückblick 2016: Von Ungehorsam, VUKA-Welt und Innovation weiterlesen

Anleitung zum Ungehorsam: 11 garantiert saubere Tricks gegen die Zumutungen am Arbeitsplatz

Manchmal frage ich mich, wohin die Phantasie und der Mut im Arbeitsleben verschwunden sind. Viele Menschen klagen über steigende Zumutungen an ihrem Arbeitsplatz:

  • Entfremdung und Sinnverlust
  • schlechte Arbeitsbedingungen (zu viel, zu lange, zu unflexibel)
  • lähmende Arbeitsinhalte (langweilig, altmodisch, eintönig)
  • steigender Kostendruck
  • zu viel Kontrolle und Misstrauen usw.

Schlimmer geht immer

Für viele geht das schon seit Jahren so. Sie leben in der Hoffnung auf bessere Zeiten und machen immer mehr Überstunden. Ihr innerer Monolog lautet wohl: „Ich muss durchhalten, bis der neue Etat genehmigt ist. Mindestens aber bis die neue Mitarbeiterin in zwei Monaten kommt. Dann wird´s besser - endlich! Bis dahin halte ich es noch aus.“

Wissen Sie was? Das können Sie vergessen. Ich habe das selbst zehn Jahre lang in einem Unternehmen gehört. Und soll ich Ihnen etwas verraten? Es wurde nicht besser. Im Gegenteil: Schlimmer geht immer! Versprechungen, Vertröstungen, Durchhalte-Parolen sind Schall und Rauch. 

Widerstand als „small acts of living“

Die meisten Menschen reagieren darauf so: Ohnmacht, stiller Boykott, innere Kündigung, Hoffnungslosigkeit, tiefgreifende Berufskrisen, Fatalismus und Existenzängste. Das ist eine fatale Mischung. Jeder Mensch hat etwas Besseres verdient als das. Berechtigte Wut lässt sich prima in Widerstand umwandeln. Anleitung zum Ungehorsam: 11 garantiert saubere Tricks gegen die Zumutungen am Arbeitsplatz weiterlesen

Rezension: Die stille Revolution – Führen mit Sinn und Menschlichkeit #Upstalsboomweg

Unternehmer teilen sich selten mit. Bislang erzählten sie meist von Heldentaten, gelungenen Strategien und Anekdoten von geglückten „Übernahme-Schlachten“ und dergleichen. Bodo Janssen reiht sich hier nicht ein. Präzise benennt er eigene Schwächen, Versäumnisse, Irrwege und persönliches Scheitern. Schwerwiegende private Lebensereignisse wie seine Entführung erzählt er ebenso wie beinahe Intimes aus der Beziehung zu seiner Frau.

Das klingt sympathisch, mein Eindruck von „Die stille Revolution - Führen mit Sinn und Menschlichkeit“ ist trotzdem ambivalent. Der Titel hat mehr versprochen, als er hält. Janssens Buch ist vor allem Autobiographie: Er schlägt den Bogen von der Kindheit zum Jet-Set-Leben als Model bis hin zum BWL-Studium und zur Übernahme des Familienunternehmens nach dem frühen Tod des Vaters. Um Führung geht es weniger.

Das Buch ist also kein „Business-Ratgeber“, keine Einführung in eine Führungsmethode, kein Lehrbuch, kein Management-Journal. Insofern wundern mich die teils euphorischen Rezensionen auf Amazon. Wer das Buch für sich als „lebensverändernd“ bezeichnet oder es als „Anleitung und Bauplan“ begreift, hat die Diskussionen um Führung, Kooperation und Organisationsentwicklung in den letzten 20 Jahren verpasst.

„Wer sich als Führungskraft verändern möchte, ist gut damit beraten zuerst und ausschließlich bei sich selbst anzufangen“ - das ist schon eine Binsen-Weisheit und im Buch gibt es einige davon. Die „Tools“ und Herangehensweisen, die Bodo Janssen beschreibt, gehören seit den 200023 Jahren zum „Change-Handwerk“ und sind in vielen Fach-Publikationen nachzulesen. Vielleicht hat noch keiner der Anwender darüber geschrieben.

BildIch teile nicht die Begeisterung, mit der der „Upstalsboomweg“ von vielen als neue „Organisations-Bibel“ gepriesen wird. Der Glaube, man könne einfach diesem Beispiel folgen und schon gelinge die Veränderung von Organisation und Mitarbeitern ist naiv. Menschen lassen sich nur begrenzt instruieren. Bodo Janssen beschreibt seinen Weg als Inspiration für all jene, die ganz am Anfang stehen und Zugangswege für Veränderungen suchen. Es ist ein Sommer-Buch, leichte Lektüre für den Strand.

Wenn Lebensentwürfe an ihre Grenzen kommen: Drei persönliche Beispiele, wie ich mit Wandel umgehe

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben. Aber es hat nur genau so viel Sinn, wie wir ihm geben“. Hermann Hesse

Mut hat für mich zwei Seiten: Eine aktive, die Handlung erzeugt und ein Wagnis annimmt voller Überzeugung „ich mach´s“. Die andere Seite von Mut ist, etwas nicht oder nicht mehr zu tun. „Ich nicht“ oder „Mit mir nicht mehr“ beruht auf Überzeugungen, innerem Widerstand oder weil eine Gefahr erkannt und eine Handlung verweigert wird.

Beide Seiten von Mut habe ich in drei Umbrüchen in meinem Leben erlebt, die zu großen Veränderungen geführt haben. Ich beschreibe sie hier. Es waren idealtypische Lebensumwälzungen. Sie warfen Fragen auf, vor denen früher oder später fast jeder steht.

Für alle drei Umbrüche habe ich existenziellen Mut gebraucht. Die Gefahr bei einer solchen Veränderung ist, dass eine Persönlichkeit dabei destabilisiert wird, weil Unterstützung, Halt und Strukturen weg fallen. Um solche Situationen gut zu meistern, braucht ein Mensch Resilienz. Wenn sich jemand flexibel an Veränderungen anpassen und damit einhergehende Belastungen ausgleichen kann, ist er resilient. Er kann trotz widriger Umstände gedeihen und sogar daran wachsen. Wenn Lebensentwürfe an ihre Grenzen kommen: Drei persönliche Beispiele, wie ich mit Wandel umgehe weiterlesen

Unsichtbare Revolutionäre: Wie die Generation Y den Babyboomern beibringt, was ein gelingendes Leben ist

Über die Generation Y wird viel geschimpft. Lothar Abicht dreht den Spieß um und schreibt, vor allem die Babyboomer könnten (und sollten) von den Jungen lernen. Deren Ansprüche an ein gutes Leben und ihre aus der demografischen Entwicklung stammende Macht veränderten die Arbeitswelt.

Auslaufmodell Babyboomer

Beide Generationen - Babyboomer und Generation Y - streben nach Selbstverwirklichung und sehen Arbeit nicht nur als Mittel zum Zweck.  Nachdem sie den 50. Geburtstag gefeiert haben, stellen viele Babyboomer fest, dass die Arbeit ihr Leben wesentlich geprägt hat - insbesondere bei den Männern. Sie dominieren die Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Gesellschaft. Viele Frauen aus dieser Generation nehmen noch eher traditionelle Rollen ein und haben keine durchgängige Erwerbs-Biografie - trotz der Bildungsexpansion in den 60er und 70er Jahren.

Diese Alltags-Dominanz der „Alten“ bringt wohl auch die Generation Y dazu, ihre Selbstverwirklichung nur zum Teil in der Arbeit zu suchen. Sie setzen stattdessen auf

  • Unabhängigkeit
  • Flexibilität
  • Lebenslust
  • Mobilität

Während ihre Eltern für eine starke Leistungsorientierung, ein ausgeprägtes Pflichtgefühl, hohe Disziplin und große Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber stehen, wünscht sich die Generation Y

  • Individualität
  • mehr Balance zwischen Beruf und Privatleben
  • Mitbestimmung
  • gute Arbeitsbedingungen

Hierarchie, Sicherheit, Führungspositionen interessieren sie kaum.

Gegensätze ziehen sich an? Mitnichten. Was im Privaten gut klappt, sorgt im Beruf für Konflikte. Der Graben zwischen den Babyboomern und der Generation Y scheint unüberbrückbar. Aber Lothar Abicht räumt mit weit verbreiteten Vorurteilen auf - auch mit dem, dass sich Jung und Alt einfach nicht verstehen. Im Privatleben klappe dies sehr gut. Im Berufsleben müssten beide Generationen aufeinander zugehen, um eine gemeinsame Werte-Basis zu definieren. Unsichtbare Revolutionäre: Wie die Generation Y den Babyboomern beibringt, was ein gelingendes Leben ist weiterlesen

Zurück auf Null oder die Herausforderung, den Anfängergeist zu kultivieren

Lars Eidinger gehört zu den Schauspielern, die ich am meisten schätze. Egal ob im Theater oder in seinen Film-Rollen: Eidinger lässt mich nie gleichgültig, sondern fordert mich zur Auseinandersetzung heraus. In seinen verschiedenen Rollen provoziert er mich, erschreckt mich, widert mich manchmal an, empört mich, verführt mich und vieles mehr. Kurz: Lars Eidinger ist für mich das Ausnahme-Talent seiner Generation.

Nun habe ich den Interview-Band „Eidinger“ gelesen. Darin habe ich viel darüber erfahren, wie sich Lars Eidinger auf seine Rollen vorbereitet, was Schauspielerei für ihn bedeutet und wie er seine herausragende Schauspiel-Kunst entwickelt.

Navigieren in der VUKA-Welt

Besonders beeindruckt hat mich das „Nullen“. Seither übe ich mich darin, das in vielen Situationen selbst praktisch zu erproben. Lars Eidinger erklärt es im Interview so: Zurück auf Null oder die Herausforderung, den Anfängergeist zu kultivieren weiterlesen

Buch-Rezension: New Work – Wie wir morgen tun, was wir heute wollen

„Was ist eigentlich dieses New Work?“  werde ich häufig gefragt. Der Begriff wird für alles Mögliche benutzt - seien es flexible Arbeitszeitmodelle, Home Office, Remote Work, mehr Mitbestimmung in Unternehmen, „Augenhöhe“ oder neue Organisationsformen. Wirklich fix definiert ist der Begriff nicht. Er bietet Raum für viele individuelle Interpretationen.

Isabelle Kürschner schildert in ihrem lesenswerten Buch „New Work - Wie wir morgen tun, was wir heute wollen“ zentrale Themen der Veränderungen in der Arbeitswelt. Sie stellt dar, was sich durch Globalisierung, kürzere Innovationszyklen, demografischen Wandel, Digitalisierung, den Wertewandel u.v.m. verändert hat. Ihr Anliegen ist, zu zeigen, dass jeder Mensch seine Arbeits-Biographie selbst gestalten muss, um vom Wandel zu profitieren.

Der Wandel macht vor niemandem und vor keiner Branche Halt. Widerstand sei zwecklos, schreibt Isabelle Kürschner: „Je mehr wir uns über die Zukunft informieren, desto besser können wir uns auf sie vorbereiten. (...) Desto größer sind auch die Chancen, in Zukunft zu den heiß begehrten Fachkräften zu gehören.“ Nach wie vor ist das Wissen um New Work in den meisten Organisationen nicht angekommen, geschweige denn umgesetzt. Buch-Rezension: New Work – Wie wir morgen tun, was wir heute wollen weiterlesen

Gesellschaft – it´s broken, let´s fix it: Komplexer denken, weniger impulsiv reagieren

„So wie es ist, geht es nicht weiter. Aber wo ist der Ausweg?“

Aus: „Die Mutter“ von Bertolt Brecht

Angenehme Überraschung zum Auftakt der Jubiläums-re:publica TEN: Eher zufällig spülte es mich in das spannende Eröffnungs-Panel „Gesellschaft - it´s broken, let´s fix it“. Es war ein guter Einstieg in einen der weltweit wichtigsten Events rund um die digitale Gesellschaft. Über 8 000 Menschen waren 2016 auf der re:publica. Der jüngste Speaker war 11 Jahre alt, der älteste 73. Vermutlich einmalig in Deutschland: 46% der SpeakerInnen waren weiblich.

Sich nicht dem Pessimismus ergeben

Wir dürfen uns nicht dem Pessimismus ergeben“, sagte Frank Richter von der Landeszentrale zum Einstieg in die Diskussion. Die zwölf Monate seit der re:publica 2015 waren politisch äußerst turbulent. „Wut macht aber nur hilflos, wenn man nicht auf die Andersdenkenden zu geht“, sagte Caroline Mohr, demnächst Chefin vom Dienst bei Spiegel Online. „Wir müssen immer wieder sprechen und argumentieren, nur das schleift radikale Haltungen ab. Wir dürfen die Leute nicht verlieren. Kommunikation ist alternativlos. Die Frage ist nur, was ist sie uns wert?“ Gesellschaft – it´s broken, let´s fix it: Komplexer denken, weniger impulsiv reagieren weiterlesen