Der Weg zur resilienten Organisation – Praxis-Session #NEO15 Matchen, Moderieren und Managen

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Digitale Transformation, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data, Kollaboration - sind das Phrasen, die nur an uns vorbei rauschen? Trends, die wir noch gar nicht verstehen, aber selbst bedienen wollen? Sind es die Triebkräfte für die nächste Stufe der Ökonomie? Was hat das mit dem zu tun, wie wir leben und arbeiten?

Wir sind gemeinsame Suchende in diesem Feld. Deshalb freue ich mich über die von Gunnar Sohn und Miliana Romic organisierte Initiative #NEO 15 - Matchen, Moderieren, Managen Next Economy Open. Sie findet am 9. und 10. November im LVR-Landesmuseum in Bonn statt.

Ziel ist, bislang scheinbar Unvereinbares zusammenzubringen - also klassische Ökonomen oder HR-ler mit Bloggern, Programmierern und Gestaltern  der digitalisierten Arbeitswelt.

IMG_1739„Die Entfaltung des Geistes ist auf eine gesellige Praxis angewiesen”, schreibt Gunnar Sohn dazu und zitiert den deutschen Philosophen Friedrich Schleiermacher. Dass Gunnar Sohn auch einer derjenigen ist, der Veränderungen im Netzwerk organisiert, zeigt das Interview, das ich mit ihm auf der re:publica15 geführt habe. Lesen Sie es hier:

http://www.buhl-coaching.de/blog/2015/05/rp15-keine-angst-vor-veraenderung-wer-vernetzt-ist-wird-aufgehttpswww-dropbox-comsh31m5q4qghdguhiz7ng/

Wir brauchen den gemeinsamen Dialog, um die Chancen der digitalisierten Arbeitswelt ausloten und gestalten zu können.

In meiner Session bei #NEO15 geht es darum, wie Resilienz in kleinen und mittleren Unternehmen gefördert werden kann. Ich bin davon überzeugt, dass  Organisationen Resilienz brauchen, um in der digitalisierten Welt überleben zu können. Resilienz bringt Menschen und Organisationen aus der Erschöpfung und macht sie wieder handlungsfähig. Sie müssen flexibel, belastbar und widerstandsfähig sein, damit sie das meistern können, was sie konfontiert.

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Meine Kernthesen:

Erschöpfte Menschen sind nicht mehr kreativ. Sie sind weit davon entfernt, Ideen, Veränderungen, Chancen wahrzunehmen, zu reflektieren und anzugehen. Stattdessen sind sie mut- und ratlos. Schlimmer: Im Umgang mit anderen Menschen sind sie häufig zynisch und destruktiv. Sie ziehen sich und andere herunter.

Wir brauchen aber Menschen, welche die Veränderungen, vor denen wir stehen, mutig, kraftvoll und zuversichtlich mit gestalten. Menschen brauchen die Hoffnung, dass sie diesen fundamentalen Wandel schaffen können.

Am praktischen Beispiel eines Unternehmens zeige ich

  • wie man Situationsbewusstsein schafft
  • Verletzbarkeiten eines Unternehmens identifiziert
  • wie Unternehmen diese Risiken minimieren können
  • wie sich Unternehmen an den digitalen Wandel anpassen können
  • was Unternehmer tun können, um ihre Mitarbeiter dafür zu stärken

Entscheidende Themen sind dabei Kontakt und Arbeitsbeziehung. Ein kleiner Exkurs zu virtuellen Teams und organisationale Resilienz zeigt das deutlich. Vertrauen über Distanz aufzubauen, ist eine der größten Herausforderungen in der digitalen Wirtschaft. Ohne Vertrauen können Unternehmen kaum gute Ergebnisse erzielen. Deshalb sind Instrumente nötig, die Kooperation organisieren. Außerdem müssen die Teammitglieder in der Lage sein, sich selbst zu reflektieren und Verantwortung für sich und ihre Ergebnisse zu übernehmen. Der Sprung zur resilienten Organisation ist in der digitalen Wirtschaft noch weniger zu schaffen als in stationären Teams, wenn Unternehmenskultur, Feedback und Kommunikation nicht stimmen.

Digitalisierung bringt für Berater einen gravierenden Rollenwandel mit sich. Wenn die ganze Welt sich ändert, müssen auch Berater sich bewegen. Viele wollen das nicht 😉 Sie sind gefordert, Verantwortung für die Gesamtorganisation zu übernehmen. Es genügt nicht mehr, „abstinenter Prozessbegleiter“ zu sein. Unternehmen brauchen stattdessen zielgerichtete und konkrete Lösungen - passend zur aktuellen Situationen. Um wirksam zu sein, dürfen sich Berater nicht länger heraushalten. In der Session spreche ich kurz über meine Erfahrungen als „Haus-Supervisor“ in der digitalen Welt.

Hintergrund:

Führung war noch nie so spannend und anspruchsvoll wie heute: Zentrale Führungsaufgabe ist, den Sinn einer Arbeit herauszustellen, Werte und Normen zu vermitteln. Ich bin davon überzeugt, dass jemand ohne Führungserfahrung in dieser Situation kein guter Sparringspartner ist.

In einer unbeständigen, mehrdeutigen, unsicheren und komplexen Welt zu führen, braucht neues Verhalten. Digitalisierung, demographischer Wandel, schwindende Märkte, knappe Ressourcen, Klimawandel und Globalisierung verändern die Welt, in wer wir leben radikal. Das schafft Raum für mehr Kreativität und Innovation in Organisationen.

Aber es geht nicht, wenn das stabile Fundament fehlt. Führungskräfte müssen Lernprozesse organisieren und Veränderungen so steuern, dass Mitarbeiter den Wandel mental verarbeiten können. Das ist nicht leicht. Menschen haben Angst vor Veränderungen - immer dann, wenn sie fürchten, davon überwältigt zu werden. Wenn Menschen das Gefühl haben, ihre Kompetenzen und Kräfte reichen nicht aus oder sie werden zu Verlierern des Wandels, verweigern sie sich.

Deshalb brauchen wir Menschen, die Führung übernehmen, moderieren, die Resilienz ihrer Mitarbeiter und der Organisation fördern. Führungskräfte, die umfangreiches Wissen über Verhalten, Gruppendynamik, Umgang mit Emotionen in Veränderungsprozessen haben.

Vieles kann man lernen. Aber: Die Führungskraft ist selbst das wichtigste Instrument. Wichtig ist, „altes Verhalten zu verlernen“ und regelmäßig Selbstreflexion zu betreiben. Wenn nichts mehr sicher ist, brauche ich einen inneren Kompass, der mir in komplexen Situationen den Weg weist. Wer andere führen will, muss deshalb zuerst an sich selbst arbeiten.

Unsicherheit aushalten zu können, dabei handlungsfähig und kreativ zu bleiben, ist für uns alle eine große Herausforderung. Unsere Gehirne stammen aus der Steinzeit. Sie können sich gar nicht schnell genug an diesen rasanten Wandel anpassen. Wir müssen neues Verhalten schon anwenden, während wir es noch lernen. Darum soll es bei der #NEO15 gehen - ich freu mich drauf!

* Petra-Alexandra Buhl ist Coach, Supervisorin und Organisationsentwicklerin. Sie hat viele Jahre als Journalistin gearbeitet und verfügt über zehn Jahre Führungserfahrung. Sie berät insbesondere Führungskräfte und Unternehmen im digitalen Wandel.

2 Gedanken zu „Der Weg zur resilienten Organisation – Praxis-Session #NEO15 Matchen, Moderieren und Managen

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