Schlagwort-Archive: Resilienz

Anleitung zum Ungehorsam: 11 garantiert saubere Tricks gegen die Zumutungen am Arbeitsplatz

Manchmal frage ich mich, wohin die Phantasie und der Mut im Arbeitsleben verschwunden sind. Viele Menschen klagen über steigende Zumutungen an ihrem Arbeitsplatz:

  • Entfremdung und Sinnverlust
  • schlechte Arbeitsbedingungen (zu viel, zu lange, zu unflexibel)
  • lähmende Arbeitsinhalte (langweilig, altmodisch, eintönig)
  • steigender Kostendruck
  • zu viel Kontrolle und Misstrauen usw.

Schlimmer geht immer

Für viele geht das schon seit Jahren so. Sie leben in der Hoffnung auf bessere Zeiten und machen immer mehr Überstunden. Ihr innerer Monolog lautet wohl: „Ich muss durchhalten, bis der neue Etat genehmigt ist. Mindestens aber bis die neue Mitarbeiterin in zwei Monaten kommt. Dann wird´s besser - endlich! Bis dahin halte ich es noch aus.“

Wissen Sie was? Das können Sie vergessen. Ich habe das selbst zehn Jahre lang in einem Unternehmen gehört. Und soll ich Ihnen etwas verraten? Es wurde nicht besser. Im Gegenteil: Schlimmer geht immer! Versprechungen, Vertröstungen, Durchhalte-Parolen sind Schall und Rauch. 

Widerstand als „small acts of living“

Die meisten Menschen reagieren darauf so: Ohnmacht, stiller Boykott, innere Kündigung, Hoffnungslosigkeit, tiefgreifende Berufskrisen, Fatalismus und Existenzängste. Das ist eine fatale Mischung. Jeder Mensch hat etwas Besseres verdient als das. Berechtigte Wut lässt sich prima in Widerstand umwandeln. Anleitung zum Ungehorsam: 11 garantiert saubere Tricks gegen die Zumutungen am Arbeitsplatz weiterlesen

Wenn Lebensentwürfe an ihre Grenzen kommen: Drei persönliche Beispiele, wie ich mit Wandel umgehe

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben. Aber es hat nur genau so viel Sinn, wie wir ihm geben“. Hermann Hesse

Mut hat für mich zwei Seiten: Eine aktive, die Handlung erzeugt und ein Wagnis annimmt voller Überzeugung „ich mach´s“. Die andere Seite von Mut ist, etwas nicht oder nicht mehr zu tun. „Ich nicht“ oder „Mit mir nicht mehr“ beruht auf Überzeugungen, innerem Widerstand oder weil eine Gefahr erkannt und eine Handlung verweigert wird.

Beide Seiten von Mut habe ich in drei Umbrüchen in meinem Leben erlebt, die zu großen Veränderungen geführt haben. Ich beschreibe sie hier. Es waren idealtypische Lebensumwälzungen. Sie warfen Fragen auf, vor denen früher oder später fast jeder steht.

Für alle drei Umbrüche habe ich existenziellen Mut gebraucht. Die Gefahr bei einer solchen Veränderung ist, dass eine Persönlichkeit dabei destabilisiert wird, weil Unterstützung, Halt und Strukturen weg fallen. Um solche Situationen gut zu meistern, braucht ein Mensch Resilienz. Wenn sich jemand flexibel an Veränderungen anpassen und damit einhergehende Belastungen ausgleichen kann, ist er resilient. Er kann trotz widriger Umstände gedeihen und sogar daran wachsen. Wenn Lebensentwürfe an ihre Grenzen kommen: Drei persönliche Beispiele, wie ich mit Wandel umgehe weiterlesen

Hoffnung als Impuls für Handlung: Wer ins Gelingen verliebt ist, wird mutiger und wagt etwas

Tod und Auferstehung von Jesus gedenken Christen zu Ostern. Ein guter Zeitpunkt, um über Hoffnung zu sprechen. Die Journalistin Kathrin Klette hat jetzt im März ein Buch darüber herausgebracht: „Hoffen - eine Anleitung zur Zuversicht“. Sie bezeichnet darin „Hoffnung als Element der Resilienz“. In diesem Interview sagt sie, wie Hoffnung entsteht, warum wir sie brauchen und wie sie unser Handeln bestimmt.

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Frau Klette, warum lohnt sich das Hoffen?

Es ist eine sehr unsichere Zeit, in der wir leben. Die Terroranschläge in Brüssel zeigen uns das wieder: Es kann immer und überall passieren - vollkommen willkürlich werden Menschen zu Opfern, ohne Ankündigung. Wir werden heute mit neuen Unsicherheiten konfrontiert und müssen damit umgehen - nicht nur weltpolitisch, auch in Beziehungen und am Arbeitsplatz. Wir fragen uns: Wie kann ich stark und zuversichtlich bleiben? Was trägt mich? Wie kann ich mit einem guten Gefühl in die Zukunft gehen? Es ist die Hoffnung, dass etwas gut werden wird und dass der Einzelne selbst etwas dazu beitragen, sein Leben steuern kann.

Viele Menschen erlebe ich resigniert, manche verzweifeln sogar an der gegenwärtigen Lage. Kann man Hoffnung lernen? Hoffnung als Impuls für Handlung: Wer ins Gelingen verliebt ist, wird mutiger und wagt etwas weiterlesen

Blog-Kritik 02: Thomas Michl sieht Agilität und Resilienz als Schlüssel-Kompetenzen für die Zukunft

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Thomas Michl ist ein echter „Lerner“: Wenn er ein Lied im Radio hört, kann es vorkommen, dass er ausgehend von ein paar Takten Musik zunächst in der irischen Geschichte landet und von dort eine ausgedehnte Schleife durch den amerikanischen Bürgerkrieg zieht, um sich schließlich bei Karl Popper festzulesen und über Erinnerungskulturen zu reflektieren. „Ich bin immer neugierig gewesen und war schon in der Schule ein wandelndes Geschichts-Lexikon“, sagt er und lacht. Irgendeine Information ist der Auslöser. Von dort geht es in konzentrischen Kreisen weiter von Thema zu Thema. So „ticken“ Wissensarbeiter.

Für Menschen wie Thomas Michl ist das Internet wie eine Offenbarung: Überall kann er seinem Wissensdurst sofort nachgeben und recherchieren, was ihn interessiert. Das ist viel: Im Moment sind es vor allem die Themen Irland und Whiskey, Agilität und Produktivität, Kultur und Verwaltung, Geschichte und Soziologie - und Alles, was sonst noch so im normalen Leben gerade „anfällt“. Thomas Michl arbeitet im Großraum Stuttgart in der öffentlichen Verwaltung und befasst sich hauptsächlich mit kommunaler Kultur und bürgerschaftlichem Engagement.

Thomas, was ist für Dich ein gelingendes Leben? Blog-Kritik 02: Thomas Michl sieht Agilität und Resilienz als Schlüssel-Kompetenzen für die Zukunft weiterlesen

Sieben Grundhaltungen der Resilienz: Wie Sie widerstandsfähig, belastbar und flexibel werden

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In diesem Artikel lesen Sie

  • die sieben Grund-Haltungen der Resilienz
  • wodurch Sie ein resilientes Leben selbst sabotieren
  • wie Sie Stress besser bewältigen, wenn Sie die 7 Haltungen leben

Resilienz wird auch als „Gedeihen trotz widriger Umstände“ (Rosmarie Welter-Enderlin) bezeichnet. Es bedeutet, dass Menschen widerstandsfähig, belastbar und flexibel sind. Wer resilient ist, zerbricht an Schwierigkeiten nicht, sondern kann in Krisen sogar wachsen.

Zu jeder Resilienz-Haltung habe ich die entsprechenden Strategien der Selbst-Sabotage hinzugefügt. Wenn Sie diese vermeiden, kommen Sie einem resilienten Leben sehr schnell viel näher. 😉

Übrigens: In meinen Seminaren und Vorträgen wird den sieben Grund-Haltungen immer sofort zugestimmt: „Ja, das mach ich schon immer so, das kann ich gut“ oder „das ist ja einfach, das krieg ich hin“, höre ich dann.  Aber wenn wir uns die Strategien zur Selbst-Sabotage genau anschauen, fühlt sich praktisch jede und jeder ertappt. Alle - inklusive mir selbst - stellen fest, dass sie manche Sabotage-Strategie gut kennen und anwenden oder zumindest in der Vergangenheit häufig eingesetzt haben. Wenn Sie sich also bei irgendeinem Punkt „ertappen“, sind Sie in bester Gesellschaft. 😉

Optimismus Resiliente Menschen betrachten neue Situationen und Gegebenheiten vor allem als Chancen. Unerwartetes gibt ihnen einen Energieschub. Rückschläge und Enttäuschungen buchen sie zumindest im Nachhinein als Erfahrungen ab, die sie weiterbringen.

Wenn die Umstände nicht so sind, wie sie es sich vorstellen, suchen sie nach dem Guten im Schlechten. Sie haben ein positives Selbstbild und glauben an ihre Selbstwirksamkeit. Tipp: In komplexen Situationen hilft sogar eine leichte Tendenz zur Selbstüberschätzung, um Wagnisse einzugehen. Es fällt Ihnen dann leichter, neue Erfahrungen zu machen und Grenzen zu überschreiten. Sieben Grundhaltungen der Resilienz: Wie Sie widerstandsfähig, belastbar und flexibel werden weiterlesen

KMU und Resilienzförderung: Fünf Denk- und Handlungsprinzipien, die Unternehmen stark machen

„Warum sollen wir Resilienzförderung betreiben? Was bringt mir das als Unternehmer?“, hat mich jetzt jemand gefragt. Gute Frage! Ich habe beschlossen, sie gleich im Blog zu beantworten.

Was treibt die meisten Unternehmen zurzeit um?

  • Die rasante Digitalisierung führt in den meisten Branchen zu beschleunigten und verdichteten Arbeitsrhythmen. Viele Leute kommen mental kaum hinterher. Sie werdenständig mit neuen Anforderungen konfrontiert oder bekommen sogar sich teils widersprechende Arbeitsaufträge.
  • Veränderungsprozesse sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Sowohl Mitarbeiter als auch Organisationen spüren den ständigen Druck, sich an eine neue Situation anzupassen.
  • Die fortschreitende Globalisierung führt zu immer komplexeren Marktgeschehen. Mitarbeiter und Unternehmer kommen an ihre Grenzen: Es fehlt ihnen an Möglichkeiten, Belastungen abzufedern.
  • Krisenhafte Ereignisse verstärken das Gefühl von Kontrollverlust und Unberechenbarkeit. Unsicherheit und Beschleunigung prägen unseren Alltag. Die Welt ist VUKA - volatil, unsicher, komplex und ambig (mehrdeutig).

Die Mitte der 2010er Jahre wird einen Wendepunkt in der Geschichte markieren, da bin ich mir sicher. 2014/2015 ist offensichtlich geworden, dass die herkömmliche Art zu wirtschaften nicht länger tragbar ist. Die Schwierigkeiten liegen offen zu Tage: Angestellte sind emotional kaum noch an ihre Unternehmen gebunden, die meisten sind erschöpft. Laut Gallup-Index schieben 62 Prozent der Angestellten nur Dienst nach Vorschrift, fast 20 Prozent befinden sich im Zustand der inneren Kündigung. Nur 14 Prozent gehen noch in ihrer Arbeit auf.

Die Folgen sind KMU und Resilienzförderung: Fünf Denk- und Handlungsprinzipien, die Unternehmen stark machen weiterlesen

Blog-Kritik: Daniela Röcker von den Kulturkomplizen mag Mehrwert, Praxis-Beispiele und lockere Sprache

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2016 gibt es jeden Monat eine Blog-Kritik auf meinem Blog. Was das ist? Ich habe viele Jahre als Journalistin für Tageszeitungen gearbeitet. Dort gibt es jeden Mittag eine Blatt-Kritik, in der die aktuelle Ausgabe besprochen wird. Dasselbe stelle ich mir für mein Blog vor: Für jeden Monat des Jahres habe ich mir eine interessante Person für die Blog-Kritik ausgesucht. Am Ende des Monats machen wir ein Interview. Zum einen stelle ich die Person und ihre Arbeit vor, zum anderen werten wir mein Blog aus. 

Den Anfang macht Daniela Röcker von den Kultur-Komplizen aus Stuttgart. Sie beschäftigt sich mit Unternehmenskultur, Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit. Daneben macht sie PR und Nachhaltigkeits-Kommunikation, schreibt und illustriert Kinderbücher. Ich habe Daniela im November 2015 beim EnjoyWorkCamp in Stuttgart kennengelernt.

Daniela, Du hast zwei verschiedene Jobs. Wie kann ich mir Deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Ja, ich habe zwei Standbeine, u.a. weil ich mich ungern auf Kategorien festlegen will. So sind zwei Bereiche entstanden, in denen ich kreativ tätig sein kann. Der eine sind die Kultur-Komplizen: Wir arbeiten mit unseren Kunden an ihrer Unternehmenskultur im Sinne von Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltigem, ethischen Wirtschaften. In Seminaren und Workshops ermöglichen wir, Denk- und Verhaltensmuster aufzubrechen, um neue, bessere Ansätze zur Zusammenarbeit zu schaffen und Innovationen voranzutreiben. Mein zweiter Bereich ist das textbauwerk mit PR und Nachhaltigkeitskommunikation, in dem zusätzlich auch Kinderbücher entstehen, die ich selbst illustriere. Nur einer der beiden Bereiche wäre mir zu wenig, ich arbeite gerne interdisziplinär.

Was ist für Dich ein gelingendes Leben?

Das ist für mich ein Leben, in dem ich mich selbst gefunden habe, arbeiten kann, was ich möchte und mich wohl fühle. Das bedeutet auch, Wirkung zu erzielen und andere mit meiner Arbeit, meinen Ideen und Vorstellungen anzustoßen. Wenn sich daraus gemeinsame Projekte entwickeln und wir eine Idee verwirklichen können - umso besser. Zu einem gelingenden Leben gehört für mich aber auch, im Einklang mit der Erde zu leben. Das klingt etwas esoterisch, ist es aber nicht. Ich verstehe darunter, sich der jeweiligen Situation anzupassen und genau wahrzunehmen, was gerade passiert. Ich habe eine riesengroße Neugier auf alles, was nicht ich bin und ziehe eine große Befriedigung daraus, mich damit zu beschäftigen.

Würdest Du Dich als resilient bezeichnen?

Ich glaube ja. Ich bin nicht ganz sicher, weil ich mich in der Tiefe nicht mit dem Begriff Resilienz beschäftigt habe, jedenfalls nicht wissenschaftlich. Aber ich kann sehr gut mit Veränderungen umgehen, mit langfristigen, aber auch mit überraschenden.

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Wie zeigt sich das konkret oder woran merkst Du das? Blog-Kritik: Daniela Röcker von den Kulturkomplizen mag Mehrwert, Praxis-Beispiele und lockere Sprache weiterlesen