Ausreden-Fasten: Wie man ehrlich wird

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Man sieht sie erst einmal nicht, man riecht sie nicht, aber sie fangen schnell an zu stinken: Ausreden. In Form von Notlügen, Ausweich-Manövern, kleinem Geflunker gehören sie fest zu unserem Alltag. Hören Sie auf, sich selbst und die anderen zu belügen: Werden Sie konkret. Hier steht, warum Sie das viel Selbstachtung kostet und welche fünf Punkte Sie künftig viel weiterbringen.

Aber hier erst einmal die Top 7 der Ausreden, die ich in den letzten vier Wochen gehört habe (manche habe ich auch selbst benutzt):

  1. Das geht nicht, weil....
  2. Ja, aber ich muss doch Rücksicht nehmen auf...
  3. Ich bin zu alt/ zu jung, um...
  4. Ich kann doch nicht einfach...
  5. Wenn ich andere Freunde/ Geschwister /Kollegen / Eltern / Kinder hätte, ...
  6. Ich kann xxx nicht tun, weil ich dann Migräne / Herzrasen usw. bekomme.
  7. Hätte ich einen anderen Partner, dann ...

Wie gesagt: Mein Ziel ist, Resilienz-Strategien für Sie anwendbar zu machen. Sie sollen mehr Lebensqualität und mehr innere Stärke bekommen. Also lassen Sie uns anschauen, wie Ausreden Ihnen schaden. Ja, Ihnen - viel mehr als den anderen, die Sie belügen.

Wer klagt und jammert, bekommt Aufmerksamkeit

Die Schwiegermutter nervt, eingespielte Rituale machen zu viel Arbeit, Erwartungen der anderen sind eine Last. Trotzdem ändern Sie nichts: „Ja, ich will das seit Jahren nicht mehr, aber...“

Viele Menschen verschwenden ihre Zeit damit, das Problem detailliert zu schildern und die Gründe darzulegen, weshalb es bis zum heutigen Tag nicht gelungen ist, es zu lösen:

„Ich würde es gerne ändern, aber das funktioniert bei uns nicht.“

„Es wäre dringend nötig, dass man ehrlich zueinander ist und sagt, was einem stinkt. Aber in meiner Familie ist so etwas nicht möglich.“

„Klar, das sind tolle Tipps. Ich werde das sicher mal ausprobieren.“

Haben Sie sich ertappt? Gleich drei Mal wird das hier einfach verschoben - auf den St. Nimmerleinstag, auf die anderen, auf das generell nicht Mögliche. Sehr bequem und sehr beliebt.

Sie bekommen in jedem Fall Aufmerksamkeit, wenn Sie diese Taktiken benutzen. Die anderen kennen das. Sie kümmern sich, hören zu, trösten, geben Unterstützung. Jammern und Klagen kann Gemeinschaft fördern. Wer über Probleme nur spricht, muss noch lange nichts dagegen tun.

Sie können mit Ausreden

  • viel Zeit verschwenden
  • Entscheidungen ausweichen
  • Konflikte vertagen
  • vermeiden, aktiv zu werden
  • vermeiden, enttäuscht zu sein oder andere zu enttäuschen
  • andere mit Begründungen langweilen oder beschuldigen
  • sich selbst belügen

„Dafür habe ich keine Zeit“ = Es ist nicht wichtig genug.

„Das kann ich nicht.“ = Das will ich nicht.

Lieber das vertraute Elend, als eine unbekannte Freude

„Wir müssen alle zusammen feiern, auch wenn es jedes Jahr Krach gibt.“

„Mein Mann trinkt zu viel. Wenn ich ihn darauf anspreche, wird er aggressiv.“

„Ich kann nicht absagen. Wir fahren jedes Jahr mit denen in Urlaub -auch wenn wir uns nichts zu sagen haben.“

„Da wird soviel Essen aufgetischt und ich kann einfach nicht Nein sagen.“

„Meine Frau erwartet, dass ich ihr jedes Jahr ein Schmuckstück schenke - egal, ob ich mir das leisten kann. Ich muss das machen, sonst redet sie tagelang nicht mehr mit mir.“

Es ist vielleicht noch nicht schlimm genug - sonst würden Sie etwas bestimmt etwas verändern - oder?

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Was tun Sie, um das Problem behalten zu können?

Der Preis für die Vermeidung von Klarheit und Konflikten ist sehr hoch: Ihre Selbstachtung sinkt mit jeder Ausrede oder Notlüge. Der Respekt, den Ihnen andere entgegenbringen, schwindet mit jeder Ausflucht und jeder Erwartung, die Sie erfüllen, um nur ja keinen Streit herauf zu beschwören.

Irgendwann verstecken Sie sich hinter diesen Gedanken-Konstrukten. Es fehlt Ihnen an Selbstbewusstsein, um die Ausreden aufzugeben und Ihre Situation zu ändern.

Manche Menschen bleiben lieber beim Alten, weil es vertraut ist und weil Ihnen eine Veränderung zu viel Angst macht. Das ist verständlich. Jede Veränderung ist harte Arbeit. Und: Wenn Sie mit anderen in Konflikt gehen, droht Ihnen der Verlust von Liebe und Bestätigung.

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Klarheit bringt Kraft für Veränderung

Aber: Was wäre möglich, wenn Sie auf Ausreden verzichten?

Wie würde Ihr Leben aussehen, wenn Sie für eine Stunde, für eine Woche, für einen Monat oder sogar für ein ganzes Jahr auf alle Ausreden verzichten?

Ausreden schwächen Sie und Ihre Selbstwirksamkeit, Ihren Glauben an sich selbst, Ihre Entwicklung als Mensch und Ihre Möglichkeiten.

  • Prüfen Sie, welche Ausreden Sie selbst nutzen. Was wollen Sie wirklich? Darf es Ihnen gut gehen? Wie soll dieses Jahr für Sie enden? Worauf sollten Sie verzichten?
  • Mit dem Punkt anfangen, der am wenigsten unangenehm ist und sich langsam vorarbeiten. Loben Sie sich dafür, dass Sie es geschafft haben, ihren inneren Schweinehund zu überwinden und die erste Ausrede abzulegen. Dann kommt die zweite. Und noch eine...
  • Geben Sie sich 72 Stunden für Ihr wichtigstes Vorhaben, das größte Problem. Alles, was Sie in diesem Zeitraum nicht begonnen haben, führen Sie in aller Regel nicht mehr durch. Dann ist es auch kein echtes Anliegen.
  • Tun Sie es einfach. Führen Sie jetzt das unangenehme Gespräch. Sagen Sie ab. Sofort. Formulieren Sie klare, eindeutige Botschaften. Sagen Sie Ihre wahre Meinung. Rechtfertigen Sie sich nicht dafür.
  • Weniger ist mehr. Nutzen Sie die frei gewordene Zeit für das, was Ihnen wirklich wichtig ist. Treffen Sie sich mit Menschen, die Ihnen etwas bedeuten. Schreiben Sie einen persönlichen Brief. Oder entspannen Sie sich und genießen Sie Ihren Sieg über sich selbst.

Wie halten Sie es mit den Ausreden?

Sind Sie radikal ehrlich?

Erlauben Sie sich Notlügen und Ausreden? Wenn ja, wann und warum?

Petra-Alexandra Buhl

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