Zehn Wege zu mehr persönlicher Resilienz

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Wie Sie widerstandsfähiger, flexibler und belastbarer werden, zeigt Ihnen der 10-Punkte-Plan der renommierten American Psychological Association (APA). Sie hat ihn als „Road to Resilience“ entwickelt, damit jeder Mensch seine persönliche Resilienz aufbauen, erweitern und stärken kann. Probieren Sie aus, wie gut dieser Plan für Sie funktioniert. Keine Angst: Sie müssen nicht Alles auf ein Mal machen. Wählen Sie aus, was Sie jetzt gerade am meisten anspricht.

1. Bauen Sie soziale Kontakte auf, vernetzen Sie sich

Gute Beziehungen zu Familienangehörigen, Freunden, Kollegen, Nachbarn etc. sind wichtig für Ihre seelische Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. Wenn Sie Unterstützung und Hilfe von anderen akzeptieren, stärken Sie Ihre Resilienz. Manche Menschen finden Sinn und Verbundenheit in zivilgesellschaftlichen oder religiösen Gruppen, in politisch engagierten Organisationen oder wissensbasierten Gruppen. Gemeinschaft mit anderen wirkt als Schutzfaktor. Mitmenschen zu helfen, tut Ihnen selbst gut.

2. Interpretieren Sie Krisen nicht als unlösbar

Sie können große Belastungen nicht immer vermeiden oder überwältigenden Ereignissen ausweichen. Aber Sie haben es in der Hand, wie Sie darüber denken und wie Sie auf Krisen reagieren: Versuchen Sie, über den momentanen Augenblick hinaus ein positives Bild von Ihrer Zukunft zu entwerfen und nicht zuviel in die momentane Situation hineinzuinterpretieren. Stellen Sie sich stattdessen vor, wie Sie leben werden, wenn Sie diese Krise überwunden und neue Kraft geschöpft haben. Oder gehen Sie in Ihre eigene Vergangenheit zurück und überlegen Sie, wie und wodurch Sie frühere Schwierigkeiten gemeistert haben, erinnern Sie sich an Ihre eigene Kraft.

3. Akzeptieren Sie Veränderungen in Ihrem Leben

Vielleicht müssen Sie langgehegte Träume loslassen oder erkennen, dass Sie bestimmte Ziele nicht mehr erreichen. Akzeptieren Sie die Situation oder die Umstände - auch wenn es Ihnen zunächst sehr schwerfallen mag. Suchen Sie sich ein paar Punkte, die Sie selbst ändern oder zumindest verbessern können. Seien Sie geduldig mit sich.

4. Versuchen Sie ein paar Ziele umzusetzen

Es genügt, wenn Sie für den Anfang kleine Schritte machen, doch setzen Sie sich ein paar realistische Ziele, die Sie erreichen können. Selbst wenn es nur kleine Dinge sind, wie zum Beispiel den Schreibtisch auszumisten oder das Bad aufzuräumen - nehmen Sie es in die Hand, anstatt vom einen großen unerreichbaren Ziel zu träumen. Der äußeren Ordnung folgt oft die innere.

5. Entscheiden Sie und handeln Sie

So oft Sie in widrige Umstände kommen, handeln Sie, werden Sie aktiv und fällen Sie Entscheidungen. Selbst wenn Sie dabei Fehler machen, ist es immer noch besser, als den Kopf in den Sand zu stecken und Alles über sich ergehen zu lassen. Die Schwierigkeiten verschwinden nicht von selbst und werden von niemandem weggezaubert. Versuchen Sie, so oft wie möglich entschlossen zu handeln und Ihre Situation selbst zu verbessern. Das gibt Ihnen das Selbstvertrauen, auch wieder größere Dinge in Angriff zu nehmen.

6. Suchen Sie Möglichkeiten zur Selbstreflexion

In Krisen entdecken Menschen häufig neue Verhaltensweisen an sich und finden weitere Stärken. Je größer die Schwierigkeiten sind, desto größer ist das mögliche innere Wachstum, Ihre Belohnung. Wer Trennungen, Tragödien oder Traumata erlebt hat, berichtet hinterher häufig, dass er sich deutlich stärker fühlt als vor diesem Erlebnis. Das Leben erscheine nun kostbarer, Beziehungen zu anderen seien intensiver und wertschätzender als zuvor. Obwohl sich diese Menschen verletzbarer fühlen, ist ihr Selbstwertgefühl in der schwierigen Zeit erheblich gewachsen. Viele berichten von einer höheren Spiritualität, Achtsamkeit und Dankbarkeit in ihrem Leben.

7. Sehen Sie sich selbst positiv

Entwickeln Sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, wenn es darum geht, Krisen zu überwinden und Probleme zu lösen. Vertrauen Sie dabei auch Ihren Instinkten. Sie helfen Ihnen, wichtige Impulse aufzunehmen oder genau diejenigen Menschen zu finden, die Sie jetzt brauchen, um aus dem Tal herauszukommen.

8. Orientieren Sie sich in Richtung Zukunft

Wenn Sie glauben, dass Sie in dieser Krise für immer fest stecken, hilft es Ihnen, diese Schwierigkeiten in eine breitere Perspektive einzubetten. Machen Sie Ihre Sorgen nicht noch größer als sie sind. Fragen Sie sich, wie Sie vermutlich in fünf Jahren auf dieses Problem zurückschauen oder welche Bedeutung diese Krise am Ende Ihres Lebens noch haben wird. Sie haben ein Problem, aber Sie sind kein Problem.

9. Hoffen Sie auf einen guten Ausgang der Dinge

Fokussieren Sie sich auf die guten Dinge, die sich entwickeln werden. Versuchen Sie, sich vorzustellen, wie Sie Ihr Leben künftig führen möchten oder fertigen Sie eine Collage dazu an. Damit richten Sie Ihre Gedanken und Ihr Leben auf das aus, was Sie wirklich wollen. Sie verschwenden Ihre Kraft nicht mit Ängsten und Sorgen. Sammeln Sie Kraft für das Gute, das vor Ihnen liegt.

10. Sorgen Sie für sich selbst

Nehmen Sie Ihre Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche ernst und achten Sie besonders auf das, was Ihnen Freude bereitet. Seien Sie nett zu sich selbst, falls es niemand anders ist. Gehen Sie regelmäßig spazieren oder treiben Sie Sport, ernähren Sie sich gut und schlafen Sie ausreichend. Es wird Sie beruhigen und entlasten, wenn Sie Ihren Körper, Ihren Geist und Ihre Seele rücksichtsvoll behandeln.

Sie müssen nicht alle zehn Wege zugleich gehen. Beschränken Sie sich auf das, was Sie gerade am meisten anspricht. Heben Sie sich Wege, die schwieriger zu gehen scheinen, für später auf, wenn es Ihnen besser geht. Sie können Einiges mehr tun, um Ihre Resilienz zu stärken: Vielen Menschen hilft es, ihre Erlebnisse und Gefühle niederzuschreiben, um Krisen, Traumata oder schwere Belastungen besser zu bewältigen. Achtsamkeits-Training, Meditation oder Spiritualität sind ebenfalls hilfreich. Vielleicht möchten Sie zeichnen oder malen, Kurse besuchen oder neue Erfahrungen machen? Gehen Sie zum Schwertkampf, zum Salsa-Kurs, zur Trommelstunde, in eine Kirche oder in die Selbsthilfegruppe. Nutzen Sie Alles, was Ihnen gut tut und Sie stabilisiert. Ob Sie dabei bleiben, können Sie später immer noch entscheiden.

Welche Erfahrungen haben Sie mit widrigen Umständen gemacht?

Was hat Ihnen am meisten geholfen?

Welche Empfehlung würden Sie anderen geben?

Petra-Alexandra Buhl

2 Gedanken zu „Zehn Wege zu mehr persönlicher Resilienz

  1. Liebe Petra,
    ich kann alle Punkte durch persönliches Durchleben bestätigen!
    Take it day by day…jeden Tag einen kleinen Schritt in Richtung neues Leben, eigenes “inneres” Gut-Zu-Reden und Mut machen, hat mir am meisten geholfen. Jetzt finde ich wieder die Kraft, mir meine Zukunft strahlender vorzustellen. Das konnte ich nicht so gut, als ich noch “mitten drin” steckte.
    Gratuliere Dir zu Deinem Blog, wie kann ich Dich unterstützen?
    Liebe Grüsse
    Bianca

  2. Liebe Bianca,
    vielen Dank für Dein Feedback und Deine Erfahrungen. Du kannst mich und mein junges Blog unterstützen, indem Du Themenvorschläge machst, die Texte liest und teilst, fleißig kommentierst und andere Menschen auf mein Blog aufmerksam machst. Mein junges Blog und ich freuen uns sehr über diskussionsfreudige Lesende.
    Herzliche Grüße
    Petra

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