Zeit für den Frühjahrsputz: Mit einer gezielten Entrümpelung gewinnt Ihr Unternehmen neue Kraft

Alle reden von Detox. Höchste Zeit für einen Frühjahrsputz in Ihrem Unternehmen. Ihre Mitarbeiter werden wieder Lust auf ihre Arbeit bekommen, enthusiastisch mit anpacken. Sie werden staunen, wie viel Kraft Ihr Unternehmen aktiviert, wenn vorhandene Energie nicht mehr für Falsches oder Überkommenes eingesetzt wird.

Ich mag es auszumisten, Altpapier zu sortieren, Sachen wegzugeben, Dreck wegzuwischen, alte Dateien zu löschen. Wenn Sie schon einmal radikal ausgemistet haben, erinnern Sie sich an das schöne Gefühl danach: Sie sind erleichtert. Befreit. Zuversichtlich. Stolz. Mutig. Fröhlich.

Und Ihren Mitarbeitern geht es ganz genauso. Nutzen Sie diese Chance! 😉

Welche Ihrer Projekte und Bereiche könnten einen Frühjahrsputz vertragen?

Um Ihnen das Aufspüren echter Energie-Killer leichter zu machen, habe ich eine Checkliste gegen Trägheit zusammengestellt. Um in die Gänge zu kommen, können Sie sich diesen drei klassischen Fallen widmen:

Strategie

BildStrategien treffen immer eine Aussage dazu, welches gemeinsame Verständnis von Wertschöpfung und Wachstum es in Ihrem Unternehmen gibt. Sie beruhen auf mentalen Modellen, die Sie und Ihre Mannschaft pflegen. Manchmal sind diese Modelle hilfreich. Leider hindern sie Menschen aber oft daran, Alternativen zu entwickeln oder mehrdeutige Situationen richtig zu interpretieren. Nach Allem, was ich zurzeit in vielen Unternehmen erlebe, werden schwache Signale kaum erkannt. Doch sogar massive Bedrohungen bleiben unbeachtet.

Prüfen Sie deshalb:

  • Welche alten Selbstkonzepte oder mentalen Modelle gibt es bei uns?
  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern: Welche nahezu selbstverständlichen „Erfolgsformeln“ werden bei uns wie ein Mantra wiederholt?
  • Welche Signale nehmen wir zurzeit wahr? Von unseren Kunden? Unseren Märkten?

 

Struktur

Prinzipiell schätze ich Strukturen. Sie unterstützen, koordinieren Geschäftsprozesse und spiegeln die Arbeitsteilung in Ihrem Unternehmen wieder. Zurzeit erlebe ich Strukturen in vielen Unternehmen aber fast nur noch als schwerfällige, lähmende, bisweilen sogar stinkende Krusten. Sie beeinträchtigen Kooperation und Arbeitsbeziehungen zu Kunden, Lieferanten und Partnern massiv. Bürokratie geht vor Service, Technologie vor Vertrauen, Steuerung vor Selbstorganisation, Routine vor Innovation. Flexibilität, Offenheit, Individualisierung? - Leider oft Fehlanzeige.

Prüfen Sie deshalb:

  • Wo haben wir starre Standards entwickelt, die uns hemmen oder sogar schaden?
  • Wo könnten wir unsere Unternehmensgrenzen etwas öffnen? Wem gegenüber?
  • Welche Entscheidungswege sind bei uns zu lang?

 

Kultur

Alle Werte und Überzeugungen, die in Ihrem Unternehmen geteilt werden, bilden eine Kultur. Unterstützt wird sie durch Traditionen und Gewohnheiten. Ist die Kultur positiv und stark, identifizieren sich Ihre Mitarbeiter damit. Wenn Sie das Gefühl haben, dass bei Ihnen zurzeit eher Resignation und Trägheit vorherrschen, haben Sie ein Problem.

Beispiel: „Ich habe schon oft gesagt, dass es nicht mehr reicht, sich auf den Lorbeeren von früher auszuruhen. Klar, wie sind ein tolles Traditionsunternehmen. Aber wenn ich auf die Messe fahre, sehe ich auch, dass die Firmen in Asien nicht schlafen und was die zum Teil an tollen Produkten entwickeln. Das wünsche ich mir bei uns auch. Aber es fehlt halt der Biss, den die Asiaten noch haben.“ Martina H., Medizin-Technik

Bild 2Aus ehemals geteilten Werten sind unantastbare Denkmuster und sogar Dogmen geworden, die dem Unternehmen schaden.

Bewährte Praktiken taugen nicht mehr, sie werden aber trotzdem weiter beibehalten.

Vermeintlich zeitsparende und effiziente Wege, eine Aufgabe zu erledigen, sind in Wirklichkeit bequem, lassen aber keine Entwicklung zu.

Scheinbar funktionierende Routinen verhindern, dass Prozesse kritisch hinterfragt und Alternativen entwickelt werden.

Was funktioniert, schafft Zufriedenheit. Das hat sich aber oft bis zur schläfrigen Genügsamkeit entwickelt - es geht um den Erhalt des Status quo.

Eingeschränkte Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber aktuellen Entwicklungen senken die Aktivität im Unternehmen.

Es gibt eine ausgeprägte Resistenz gegenüber Veränderungen und den verbreiteten Unwillen, Neues überhaupt zu wagen.

Prüfen Sie genau:

  • Welche Traditionen gibt es bei uns? Wollen wir sie beibehalten?
  • Wo können wir offene Diskussionen befördern, welchen Rahmen bieten wir dafür?
  • Wer sind wir und wofür stehen wir überhaupt?

Ziehen Sie sich zurück und überlegen Sie in Ruhe, ob das in Ihrem Unternehmen der Fall ist. Diskutieren Sie mit einem guten Freund oder einer Vertrauensperson Ihren Befund.

Wenn Ihnen das Unternehmen gehört oder wenn Sie es führen: Reden Sie mit Ihren Mitarbeitern darüber. Wenn Sie als Mitarbeiter die Verantwortung für den Frühjahrsputz übernehmen, reden Sie mit Ihren Kollegen darüber.

  • Was hindert uns daran, kritische Signale anzusprechen, auf Missstände hinzuweisen und Lösungen zu suchen?
  • Gibt es bei uns genug Vertrauen, um unpopuläre Schritte zu wagen?
  • Worauf könnten wir künftig verzichten?

Wagen Sie gemeinsam ein paar Beerdigungen:

  • Welche angefangenen, aber stecken gebliebenen Projekte schieben wir immer noch vor uns her? (Zum Beispiel so eines: „Weil wir viel Geld dafür bezahlt haben, machen wir das noch, aber auch nur deshalb...“)
  • Welche Projekte können wir getrost als gescheitert betrachten und offiziell beenden? (Zum Beispiel so eines: „Wir haben das damals nur gemacht, weil der neue Werkleiter das wollte. Der ist aber schon seit zwei Jahren weg.“
  • Welche Altlasten schleppen wir immer noch mit uns rum? „Eigentlich darf man das gar nicht sagen, aber wir nutzen quasi zwei Warenwirtschaftssysteme parallel, obwohl nur das eine wirklich funktioniert. Unsere Chefs haben sich damals nicht einigen können. Jetzt nimmt halt jeder das, was ihm am Besten passt und irgendwie rüttelt es sich immer zusammen...“

Nehmen Sie Besen, Wisch-Tuch und Bürste zur Hand und machen Sie sich ans Werk. Geben Sie Ihrem Unternehmen wieder Strahlkraft und erlauben Sie Ihren Mitarbeitern und Kollegen, kräftig Staub zu wischen. 😉

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen.

Diskutieren Sie hier im Blog, was Sie dabei erlebt haben.

Petra-Alexandra Buhl

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