Archiv der Kategorie: Praxis

Design Thinking: Was Komplexität und digitale Nieren miteinander zu tun haben

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Was ist Design Thinking?

  • ein Prozess, der kreative Ideen fördern kann
  • eine Methode, die sich darauf fokussiert, Innovationen hervorzubringen
  • ein Zugang, der die Nutzer und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellt
  • ideal für interdisziplinäre Teams

Entwickelt wurde Design Thinking ursprünglich von der Innovationsagentur IDEO, inzwischen ist die Methode aber weit verbreitet und wird genutzt, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Wieso funktioniert Design Thinking?

Das rationale Denken wird um Kreativität ergänzt und schafft neue Zugänge zu Fragen oder Problemen.

Der kreative Ansatz besteht darin, dass Mitarbeiter oder Nutzer eines Produktes ihre eigenen Ideen und Visionen formulieren. Sie zeichnen ihre Wünsche oder formen Prototypen.

Wer sozusagen die Brille des Nutzers oder Kunden aufsetzt, kann sein rationales, Kennzahlen getriebenes Denken ergänzen und findet neue Hinweise für die Lösung von Problemen.

Die so gewonnenen Lösungsideen müssen außerdem berücksichtigen:

  • technische Durchführbarkeit, Machbarkeit
  • wirtschaftliche Tragfähigkeit
  • Attraktivität für die Nutzer
  • Design

Sechs Regeln für einen erfolgreichen Design Thinking-Prozess: Design Thinking: Was Komplexität und digitale Nieren miteinander zu tun haben weiterlesen

Verhandlungsführung: Wann erreiche ich den walk away point und was ist meine beste Alternative?

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Komplexer, langwieriger, angespannter - das melden mir meine Coaching-Klienten zurück, wenn es um Verhandlungen geht, die sie führen.

Hier ein aktuelles Beispiel:

"Ich hatte mit dem Vorstandsvorsitzenden ein Detail mündlich abgesprochen  - eine Änderung im Vertrag, das wollte er im neuen Jahr schriftlich formuliert als Anhang zum Vertrag mitbringen. Jetzt setzt er wieder ein Gespräch an, es soll um den gesamten Vertrag gehen, er lenkt quasi noch einmal vom Thema ab bzw. verschleppt die Sache bzw. hält sich nicht an die mündlich bereits getroffene Abmachung. Mein Gefühl, übergangen und nicht ernst genommen zu werden, ist wieder da. Das erschüttert das Vertrauensverhältnis. Es geht dabei um Lappalien, die ich schon im Oktober eingeleitet hatte; teilweise habe ich wochenlang nichts gehört."

Da es so schwierig zu sein scheint, Ergebnisse zu erzielen und Verbindlichkeit zu schaffen, kommt hier heute ein Verhandlungs-Profi zu Wort. Heiko Stein unterstützt als Berater, Coach und Trainer, damit seine Kunden bessere Verhandlungsergebnisse erzielen.

Wenn Verhandlungspartner aus dem Kontakt gehen oder diesen gar nicht entstehen lassen, reagieren die meisten Menschen mit Wut und Ärger. Hast Du eine Empfehlung, wie man diese Gefühle in den Griff bekommen und dran bleiben kann, um seine Interessen durchzusetzen? Verhandlungsführung: Wann erreiche ich den walk away point und was ist meine beste Alternative? weiterlesen

Unternehmens-Energie: Keine Esoterik, sondern Treiber von Wertschöpfung und Kreativität

„Wie kann man eigentlich die Unternehmensenergie erhöhen?“ wurde ich kürzlich gefragt. Ein sehr spannendes Thema. Der erste Schritt ist meist, die vorhandene Energie anders einzusetzen als bisher oder bewusster damit umzugehen.

Tagtäglich wird massiv Energie verbraucht in unproduktiven Spielchen, Machtkämpfen, Gemecker, Abwertung, Zicken-Krieg und Konflikten, die keiner wirklich lösen will. Wenn man diese Energie in Wärme umwandeln könnte, wären die Heizungen in vielen Glas-Palästen schon ab morgen überflüssig. Unternehmens-Energie: Keine Esoterik, sondern Treiber von Wertschöpfung und Kreativität weiterlesen

Gift und Gegengift: Wie man seine Ausreden behält und wie man sie los wird

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Zum Start ins neue Jahr gibt es hier eine kleine Anleitung für den Umgang mit Ausreden. Im ersten Teil geht es darum, wie Sie Ihre Ausreden behalten. Im zweiten Teil lesen Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, anders zu handeln.

1. Was konkret muss ich tun, um meine Ausreden zu behalten?

  • Den Konflikt nicht riskieren. Ausreden helfen Ihnen dabei, der Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Ärgernisse oder Probleme dürfen dann weiterleben.
  • „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt...“ Jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit und füttert diese Vorstellungen mit Glaubenssätzen, Verhaltensmaximen und Denktabus wie „Das macht man nicht“ oder „Ich kann doch nicht ehrlich sagen, was ich davon halte“.
  • Lieber schweigen und schlucken - weil Sie von der Vorstellung beherrscht sind, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist und man bestimmte Verhaltensweisen von anderen eben einfach hinnehmen muss. „Sie meint das gar nicht so.“ „Wenn er eine andere Kindheit gehabt hätte...“
  • Unproduktive Spielchen gehören unbedingt zu einem Leben mit Ausreden. Wollen Sie das weiterhin betreiben?
  • Passivität - einfach Nichts tun und das Problem dadurch behalten.
  • Bequemlichkeit: „Ich bin halt so und kann nicht aus meiner Haut heraus.“
  • Lieber weiter leiden als handeln. Lieber ein vertrautes Elend, als eine unbekannte Freude?
  • Eigene Ziele nicht klären und verleugnen, dass es Alternativen gibt.

Wenn Sie das weiter betreiben, können Sie unkonkret bleiben. Sie müssen nichts verändern, nicht aktiv werden. Sie dürfen weiter jammern und klagen und Sie kommen nicht in Ihre wahre Stärke. Vor allem bekommen Sie Aufmerksamkeit (zumindest solange, bis Sie die anderen mit Ihren Ausreden langweilen und sie sich von Ihnen abwenden). Wollen Sie das?

2. Zum Glück gibt´s auch ein Gegengift:  Gift und Gegengift: Wie man seine Ausreden behält und wie man sie los wird weiterlesen

Erfolgreich ohne Businessplan: 7 Prinzipien, die Sie vom Vater der „Aktie Lotti“ lernen können

Männer wie Guido Leutenegger trifft man nicht auf einem Startup-Event. Dabei hat er offenbar Alles richtig gemacht, indem er gängige Business-Ratschläge missachtet hat.

Der pragmatische Schweizer hat 1990 das Unternehmen Natur konkret gegründet und beliefert inzwischen rund 7 000 Kunden. Bekannt geworden ist er mit der „Aktie Lotti“. Bei Guido Leutenegger können Sie Anteile an Kühen erwerben und werden dafür mit Fleisch- und Wurstwaren versorgt. Außerdem können Sie per GPS verfolgen, wo genau auf der Tessiner Alm Ihre Kuh gerade weidet.

Aber der Reihe nach. Hier lesen Sie sieben starke Prinzipien, mit denen Guido Leutenegger erfolgreich wurde.

Prinzip 1: Langsam wachsen

„Ich habe mich nicht mit Businessplänen, Nachhaltigkeit, Geschäftsmodellen oder Szenarien mit Stakeholdern beschäftigt. Ich wollte etwas Konkretes machen und ich wollte es in der Natur tun“, sagt Guido Leutenegger. 1990 hat er das Unternehmen Natur konkret mit dem Schwerpunkt Naturgartenbau gegründet. Bald kaufte er die ersten drei Hochlandrinder für den Naturschutz.

„Ich hatte dann die Kühe und die geben Fleisch - da musste ich mir etwas einfallen lassen.“ Schon bald waren es 150 Kühe und Guido Leutenegger wollte den Betrieb erweitern. Ursprünglich war er Lehrer und kein Landwirt, daher war es schwer, an Geld zu kommen. „Die Banken in der Schweiz vergeben Kredite nur an Leute, die Land besitzen. Ich hatte aber nur Pacht-Land, die Büro-Räume waren auch gemietet. Nur die Kühe haben mir gehört.“

Steakholder statt Stakeholder Erfolgreich ohne Businessplan: 7 Prinzipien, die Sie vom Vater der „Aktie Lotti“ lernen können weiterlesen

Die Angst vor Kontakt: Der ablenkend-irrelevante Kommunikationsstil und sein Siegeszug durch Teams

IMG_2889Kennen Sie das?

Sie wollen ein Problem besprechen und kommen im Gespräch plötzlich ganz woanders an. Gerade ging es noch um Aufgaben, die der andere machen sollte, aber nicht erledigt hat. Nun stellt er etwas „ganz Neues, viel Wichtigeres“ vor - mit dem Verweis darauf, dass das „gerade dran“ war. Ihr Problem ist wie vom Tisch gewischt.

Im Hintergrund türmen sich unerledigte Aufgaben, die trotz mehrfacher Nachfrage nicht gemacht wurden - darunter relativ Banales, wie beispielsweise das Festlegen von Terminen.

Oder: Sie stecken mitten in der Lösung eines Konfliktes und wollen verbindlich werden, da verschiebt Ihr Gesprächspartner die Diskussion und lädt Sie zum Mittagessen ein - in fünf Wochen. Da soll das Thema dann „richtig“ besprochen werden.

Sie stellen eine Frage an Ihren Teamleiter und er erzählt Ihnen munter von seinem letzten Segel-Törn - ohne diesen in irgendeiner Weise mit dem Gespräch zu verknüpfen. Sonst könnte man es ja als missglücktes Storytelling betrachten 😉

Die Chancen stehen gut, dass Sie hier an jemanden mit ablenkend-irrelevantem Kommunikationsmuster geraten sind.

Ablenkend-irrelevante Kommunikation

  • verhindert Klarheit und Verbindlichkeit
  • führt dazu, dass keine Ergebnisse erzielt werden
  • beschädigt die Zusammenarbeit und die (Arbeits-)Beziehung
  • sprengt vereinbarte Termine und Abgabefristen
  • verhindert, dass Prioritäten gesetzt werden
  • führt dazu, dass die gemeinsame Arbeit sich im Kreis dreht 

Nach meinen Beobachtungen ist diese Kommunikationsstörung auf dem Vormarsch und tritt ihren Siegeszug durch Teams an. Ein bis zwei Mal pro Woche erzählt jemand aus meinem Kunden-Kreis von solchen frustrierenden Erlebnissen. Das kann kein Zufall sein. Ist es auch nicht. Ablenkend-irrelevante Kommunikation tritt vor allem unter Stress und hoher Belastung zu Tage. (Natürlich kann auch ihr Partner oder ihre Partnerin unter Stress so reagieren 😉 ) Die Angst vor Kontakt: Der ablenkend-irrelevante Kommunikationsstil und sein Siegeszug durch Teams weiterlesen

Wie werde ich ein besserer Dozent oder Lehrer? 15 Leitfragen für die eigene Kompetenzentwicklung

IMG_1381Um unsere Haltung, eigene Lernlust und Lebendigkeit zu fördern, brauchen wir im Alltag „Futter“ zur Selbstreflexion. Kürzlich bin ich auf den systemischen Pädagogen Rolf Arnold und sein LENA-Modell für lebendiges und nachhaltiges Lernen gestoßen. Wer als Dozent oder Lehrkraft tätig ist, findet bei ihm vielfältige Anregungen für die eigene Arbeit.

Das LENA-Modell besteht aus 29 Regeln. Die letzte Regel widmet sich der persönlichen Kompetenzentwicklung von Lehrenden. Die darin enthaltenen Leitfragen finde ich so inspirierend, dass ich sie hier gerne wiedergebe.

Arnold schreibt dazu als Einführung:

„Lebendiges Lernen setzt eine Haltung der Lehrenden voraus, die sie in die Lage versetzt, Lernende beim Weg in die eigenen Kräfte und das eigene Identitätserleben wirksam zu begleiten.“

Produktive Reaktion

  • Wo schaffe ich Neues, das für mich und andere Menschen innerlich bereichernd ist?
  • Wo greife ich neue Ideen und Impulse in meinem Leben auf?
  • Wo kooperiere ich im Interesse einer Sache, die nicht nur mir nützt?
  • Wer schätzt mich als Impulsgeber oder Problemlöser?
  • Welche neuen Wege bin ich im letzten Jahr gegangen?

Innere Anteilnahme

  • Was weiß ich über die Lebenssituation und Lebenspläne, die Sorgen und Nöte der Menschen, die mit mir zusammen sind?
  • Wem widme ich Zeit?
  • Wie oft führe ich persönliche Gespräche?
  • An welchen Menschen bin ich wirklich interessiert?
  • Worauf richtet sich dieses Interesse?

Wie werde ich ein besserer Dozent oder Lehrer? 15 Leitfragen für die eigene Kompetenzentwicklung weiterlesen

Der Weg zur resilienten Organisation – Praxis-Session #NEO15 Matchen, Moderieren und Managen

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Digitale Transformation, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data, Kollaboration - sind das Phrasen, die nur an uns vorbei rauschen? Trends, die wir noch gar nicht verstehen, aber selbst bedienen wollen? Sind es die Triebkräfte für die nächste Stufe der Ökonomie? Was hat das mit dem zu tun, wie wir leben und arbeiten?

Wir sind gemeinsame Suchende in diesem Feld. Deshalb freue ich mich über die von Gunnar Sohn und Miliana Romic organisierte Initiative #NEO 15 - Matchen, Moderieren, Managen Next Economy Open. Sie findet am 9. und 10. November im LVR-Landesmuseum in Bonn statt.

Ziel ist, bislang scheinbar Unvereinbares zusammenzubringen - also klassische Ökonomen oder HR-ler mit Bloggern, Programmierern und Gestaltern  der digitalisierten Arbeitswelt.

IMG_1739„Die Entfaltung des Geistes ist auf eine gesellige Praxis angewiesen”, schreibt Gunnar Sohn dazu und zitiert den deutschen Philosophen Friedrich Schleiermacher. Dass Gunnar Sohn auch einer derjenigen ist, der Veränderungen im Netzwerk organisiert, zeigt das Interview, das ich mit ihm auf der re:publica15 geführt habe. Lesen Sie es hier:

https://buhl-coaching.de/blog/2015/05/rp15-keine-angst-vor-veraenderung-wer-vernetzt-ist-wird-aufgehttpswww-dropbox-comsh31m5q4qghdguhiz7ng/

Wir brauchen den gemeinsamen Dialog, um die Chancen der digitalisierten Arbeitswelt ausloten und gestalten zu können.

In meiner Session bei #NEO15 geht es darum, wie Resilienz in kleinen und mittleren Unternehmen gefördert werden kann. Ich bin davon überzeugt, dass  Organisationen Resilienz brauchen, um in der digitalisierten Welt überleben zu können. Resilienz bringt Menschen und Organisationen aus der Erschöpfung und macht sie wieder handlungsfähig. Sie müssen flexibel, belastbar und widerstandsfähig sein, damit sie das meistern können, was sie konfontiert.

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Meine Kernthesen:

Erschöpfte Menschen sind nicht mehr kreativ. Sie sind weit davon entfernt, Ideen, Veränderungen, Chancen wahrzunehmen, zu reflektieren und anzugehen. Stattdessen sind sie mut- und ratlos. Schlimmer: Im Umgang mit anderen Menschen sind sie häufig zynisch und destruktiv. Sie ziehen sich und andere herunter. Der Weg zur resilienten Organisation – Praxis-Session #NEO15 Matchen, Moderieren und Managen weiterlesen

Sich selbst behaupten: So setzen Sie Grenzen und kommunizieren klar und überzeugend

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Vielleicht ist es erst einmal ungewohnt für Sie, sich selbstsicher zu behaupten, klar und direkt zu kommunizieren. Sie werden aber davon profitieren: Künftig werden Sie weniger Konflikte in Ihren Beziehungen haben und weniger gestresst sein. Wer sich nicht ständig streitet, lebt und arbeitet stabiler und intensiver zusammen.

Ihre Beziehungen werden besser, weil Sie selbst dafür sorgen, dass wichtige Bedürfnisse befriedigt werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für mehr Resilienz. Sie werden flexibler, belastbarer und widerstandsfähiger, wenn Sie Ihre Grenzen angemessen schützen können.

Zugleich werden Sie offener und gelassener im Umgang mit Ihren Grenzen. Wenn Sie in sich stabil sind, werden Sie durch das Verhalten anderer Menschen nicht so schnell aus Ihrer Balance oder gar aus der Fassung gebracht. Sie können dann entspannter damit umgehen, wenn andere Ihre Grenzen überschreiten, sie höflich und sachlich darauf aufmerksam machen.

Selbstreflexion ist dafür eine wichtige Grundlage: Das Bild, das Sie von sich selbst und anderen haben, gibt den Ausschlag dafür, wie Sie Situationen bewerten und ob bzw. wie Sie Ihre Interessen vertreten oder eben nicht. Genau das stärkt auch Ihre persönliche Resilienz.

Klären Sie bitte Ihre Gefühle, Meinungen, Gedanken und Bedürfnisse, bevor Sie in ein wichtiges Gespräch gehen, das Ihre Situation verändern soll. Direktheit setzt Selbstvertrauen voraus, das können Sie üben.

Folgende Fertigkeiten brauchen Sie dafür: Sich selbst behaupten: So setzen Sie Grenzen und kommunizieren klar und überzeugend weiterlesen

Resilienz für KMU: Erst muss der Unternehmer fit sein, dann geht es an die Veränderung der Firma

Serie Resilienz in Unternehmen - Teil 2

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Hier lesen Sie, wie ein schwäbisches Unternehmer-Ehepaar den demografischen Wandel, gesundheitliche Schwierigkeiten und die Verletzbarkeit der eigenen Firma zu spüren bekommen. Die beiden leiten mutig einen Veränderungsprozess ein, der ihnen auch persönlich zugute kommt.

„Das leuchtet mir ein mit dieser VUKA-Welt und es ist auch interessant. Allerdings weiß ich nicht, wie ich da jetzt praktisch ansetzen soll“, sagt Michael P. Und so kommen wir ins Gespräch. Hintergrund ist mein Blogbeitrag über Unternehmen in der komplexen, mehrdeutigen, unsicheren digitalen Welt:

https://buhl-coaching.de/blog/2015/05/leben-in-der-vuka-welt-unsicher-komplex-mehrdeutig-was-bedeutet-das-fuer-die-resilienz-von-unternehmen/

„Wir sind alle am Anschlag“

Der 59-Jährige führt ein mittelständisches Unternehmen für Automatisierungstechnik in Baden-Württemberg. Zurzeit beschäftigt er 35 Mitarbeiter, die in Kleinserien oder in Einzelstücken Aufträge für große Konzerne erledigen. Beispielsweise rüsten sie die Steuerung von Anlagen um oder automatisieren komplette Prozessschritte.

IMG_1513Das Unternehmen steht gut da und ist etabliert. Die Zahl der Aufträge steigt kontinuierlich an, doch Michael P. hat gerade einen Auftrags-Stopp verkündet: „Meine Leute und ich sind am Anschlag. Mit der bestehenden Mannschaft können wir nicht noch mehr leisten.“ Es habe allerdings gedauert, bis er sich das eingestehen konnte. „Eigentlich war es meine Frau, die die Notbremse gezogen und gesagt hat: So geht´s nicht weiter.“ 

Aus scheinbar riesigen Gebirgen voller Schwierigkeiten mache ich gerne kleinere Pakete. Alles andere entmutigt. Niemand will und kann 100 Schwierigkeiten zugleich angehen. Aber 20 Punkte sind realistisch und mit einer guten Arbeitsteilung zu bewältigen. Wir schauen uns an, in welcher Situation die Firma gerade ist und identifizieren die Haupt-Punkte, an denen etwas getan werden soll.

Strategische Verletzbarkeit

  • Die Kunden sind weit verstreut und nicht mehr wie früher in der Region ansässig
  • Die Produktentwicklungsprozesse erfordern mehr digitales Knowhow
  • Die Kundenbeziehungen werden anspruchsvoller
  • Ineffektive Planung

Finanzielle Verletzbarkeit

  • Einzelne Budgets werden überzogen
  • Für die 10 Jahre alte Produktionsstätte sind hohe Kredite abzuzahlen
  • Die Liquidität ist nicht ausreichend 
  • Die Verhandlungen mit den Kunden werden schärfer

Resilienz für KMU: Erst muss der Unternehmer fit sein, dann geht es an die Veränderung der Firma weiterlesen