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Luft raus im Team? Mit dem C.O.M.P.A.S.S. gibt´s wieder mehr Pep, Ideen und Resilienz

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Das erste halbe Jahr 2015 hatte es in sich: Barbara G. und ihre drei Mitarbeiterinnen haben den Umzug des Architektur-Büros in neue Räume und drei schwierige Projekte erfolgreich „gestemmt“. Alles ist gut gegangen, aber jetzt klagt die Chefin:

„Die Luft im Team ist raus. In den letzten drei Besprechungen saßen alle träge herum. Ich habe auf jede Frage und jeden Vorschlag nur ratlose oder müde Blicke geerntet - dabei müssten wir jetzt bis zu den Sommerferien noch einmal richtig Gas geben, um das aktuell laufende Projekt gut abzuschließen. Stattdessen höre ich dauernd nur, was Alles nicht geht und nicht möglich ist.“ 

Im Coaching-Gespräch sind wir darauf gekommen, dass Barbara G. zurzeit vor allem den Zeit-Druck und die Mühen des Projekts hervor hebt, wenn sie mit ihren Mitarbeiterinnen spricht. Da sie selber sehr erschöpft ist, weil sie wenig auf sich geachtet hat, neigt sie dazu, anstehende Probleme durch den Tunnelblick zu betrachten. Ihr eigenes Herum-Kreiseln um die Schwierigkeiten und ihre Unentschlossenheit machen ihre Mitarbeiterinnen ratlos.

"Eigentlich sollte ich dem Kunden jetzt mal ganz klar sagen, dass wir auf der Stelle treten, weil wir gar nicht alle Informationen haben, die wir brauchen, und dass uns das stresst. Ich kriege es bloß nicht hin", sagt die Architektin. Kein Wunder, dass das Team wie gelähmt ist.

In solchen Situationen hilft es, den lösungsfokussierten C.O.M.P.A.S.S. anzulegen, das habe ich auch Barbara G. empfohlen.  Luft raus im Team? Mit dem C.O.M.P.A.S.S. gibt´s wieder mehr Pep, Ideen und Resilienz weiterlesen

Leben in der VUKA-Welt: Unsicher, komplex, mehrdeutig – was bedeutet das für die Resilienz von Unternehmen?

Teil 1 Serie "Resilienz in Unternehmen" 

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Spätestens seit dem 11. September 2001 leben wir in der "VUKA-Welt". So lautet die am US Army War College entwickelte Formel. Eigentlich war sie die Antwort auf den Zusammenbruch der UdSSR Anfang der 1990er Jahre. Populär wurde sie aber erst nach den Terror-Anschlägen von New York und Washington.

Die VUKA-Welt ist bestimmt von:

V= Volatilität bezieht sich auf die zunehmende Häufigkeit, Geschwindigkeit und das Ausmaß von (meist ungeplanten) Veränderungen

U = Unsicherheit bedeutet das generell abnehmende Maß an Vorhersagbarkeit von Ereignissen in unserem privaten und beruflichen Leben

K = Komplexität bezieht sich auf die steigende Anzahl von unterschiedlichen Verknüpfungen und Abhängigkeiten, welche viele Themen in unserem Leben undurchschaubar machen

A = Ambiguität beschreibt die Mehrdeutigkeit der Faktenlage, die falsche Interpretationen und Entscheidungen wahrscheinlicher macht

Update 22. Januar 2016. "Führen in der VUKA-Welt: Navigieren, wenn das Fahrwasser mehrdeutig, komplex und unsicher ist" heißt der praxisorientierte Workshop, den ich vom 26. bis 28. Februar 2016 gebe.

Die VUKA-Welt muss uns keine Angst machen: Sie bietet jede Menge Chancen und wir können handlungsfähig bleiben, wenn wir uns auf Spielräume fokussieren. Wie geht das? Eine Reihe von Methoden und Tools helfen uns, durch die VUKA-Welt zu navigieren und dabei sogar Spaß zu haben. Hier gibt´s die Inhalte vom Workshop.

https://buhl-coaching.de/workshops-supervision/workshop-fuehren-in-der-vuka-welt-navigieren-wenn-das-fahrwasser-mehrdeutig-komplex-und-unsicher-ist/

Vielleicht kennen Sie den spannenden Thriller „Blackout - Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg. Der Autor beschreibt darin, wie durch einen Hacker-Angriff an einem kalten Februarmorgen in Europa alle Stromnetze zusammenbrechen. Am Beispiel verschiedener Orte und Personen schildert er detailgetreu, wie abhängig wir von moderner Technik sind und welche dramatischen Auswirkungen es auf unser modernes Leben hat, wenn wir plötzlich nicht mehr auf gewohnte Standards zurückgreifen können.

Stellen Sie sich dazu Folgendes vor: Krankenhäuser und Pflegeheime bleiben ohne Strom, Supermärkte ohne Nachschub, Tankstellen liefern kein Benzin, Banken können kein Geld mehr ausgeben, Ihr Handy können Sie nicht mehr aufladen - und so weiter. Wir leben mit einer relativ dünnen zivilisatorischen Schicht, die in solchen Momenten bricht.

Einen solchen „Blackout“ habe ich in milderer Form in der Hochwasser-Katastrophe 2002 in Sachsen erlebt. Nach allem, was wir über unsere Zukunft wissen, müssen wir häufiger mit solchen „Großschadens-Ereignissen“ rechnen und brauchen eine entsprechende Vorbereitung darauf - als Einzelperson, Familie, Unternehmen, soziale Organisation usw. Leben in der VUKA-Welt: Unsicher, komplex, mehrdeutig – was bedeutet das für die Resilienz von Unternehmen? weiterlesen

Reden Sie mal nur Gutes über die Kollegen: Der Ressourcen-Tratsch stärkt die Resilienz in Teams

Ob in der Kaffeeküche, im Aufzug, auf dem Parkplatz, hinter vorgehaltener Hand im Meeting oder in der Kantine: Überall wird über Kollegen getratscht. Mein Vorschlag ist, dieses Vergleichen und die soziale Kontrolle konstruktiv zu nutzen und ganz nebenbei das Team zu stärken.

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Egal, was wir tun: Wir formen unsere Welt, unsere Realität mit den Geschichten, die wir erzählen. Je nachdem, was wir über die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, denken, ändert sich unsere Einstellung und unsere Reaktion auf ihr Verhalten.

Worte haben Kraft: Wenn Sie einmal Opfer von Gerüchten wurden, wissen Sie, was ich meine. Unbelegbares wird hier behauptet, manchmal sogar absichtlich falsche Information gestreut.

Durch negatives Tratschen ändert sich das Bild, das wir uns von Menschen machen. Wenn Ihnen jemand oft genug Schlechtes über eine Person erzählt, ändert sich Ihr Bild von diesem Menschen - es sei denn, Sie steuern aktiv gegen und hinterfragen, welche Motive der Gerüchte-Verbreiter hat.

  • Gerüchte belasten Beziehungen - privat und beruflich
  • Gerüchte spiegeln falsche Tatsachen vor
  • Gerüchte ändern Verhalten
  • Gerüchte beschädigen Teams
  • Gerüchte verschaffen dem Negativen viel Aufmerksamkeit

Reden Sie mal nur Gutes über die Kollegen: Der Ressourcen-Tratsch stärkt die Resilienz in Teams weiterlesen

Zelt oder Burg? Leben Sie in einer veränderbaren Welt oder in der unveränderbaren?

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Manchmal hilft ein Wechsel der Perspektive, um eine Blockade zu überwinden, Alternativen zu finden und sich von einem Problem nicht hypnotisieren zu lassen. Dieser Blog-Artikel ist für alle geeignet, die sich von ihrer momentanen Lebenssituation überfordert oder genervt fühlen oder das Gefühl haben, keinen Ausweg aus einer festgefahrenen Problemlage zu finden.

Wenn Sie...

  • glauben, dass Sie im Augenblick keine andere Wahl haben
  • eine Situation als unerträglich empfinden
  • sich als Opfer der Umstände oder von Menschen fühlen
  • nicht wissen, wo Sie momentan ansetzen können, um etwas zu ändern
  • es leid sind, sich zu beklagen

... dann bringt Sie dieser Artikel weiter.

Die folgende Übung habe ich bei Sylvia K. Wellensiek gelesen und abgewandelt in mein Repertoire übernommen. Probieren Sie die Übung bitte erst aus, bevor Sie weiterlesen. Sie werden überrascht sein.

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Schritt 1: 

Legen Sie am Boden zwei Felder aus und beschriften Sie diese jeweils mit

  • veränderbare Welt
  • unveränderbare Welt

Wenn Sie mögen, setzen Sie einen so genannten „Bodenanker“. Das kann ein Blatt Papier sein, das einen neutralen Platz markiert. Stellen Sie sich selbst zwischendurch auf den neutralen Platz und versuchen, die Außen-Perspektive einzunehmen.

Schritt 2:

Wechseln Sie vom Feld der veränderbaren Welt in die unveränderbare Welt und nehmen Sie wahr, was sich dadurch verändert. Welche Gedanken und Gefühle beschäftigen Sie? Welche Fragen und Themen drängen sich Ihnen auf? Stellen Sie sich zwischendurch immer wieder auf den neutralen Platz. Spüren Sie in beide Felder hinein und achten Sie auf das, was Ihnen Körper, Herz, Verstand und Seele signalisieren. Zelt oder Burg? Leben Sie in einer veränderbaren Welt oder in der unveränderbaren? weiterlesen

Vier gewinnt: Mit diesem Modell lösen Sie festgefahrene Konflikte

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Das Harvard-Konzept verbinden die meisten Menschen mit gelingender Verhandlungsführung. Es ist auch Grundlage für dieses Vier-Quadranten-Modell, das sich wunderbar eignet, um Konflikte zu lösen. Einige meiner Kunden setzen es erfolgreich für die Analyse von Problemen in der Produktion ein. Das Modell ist einfach und wirkungsvoll. Es lohnt sich, damit zu experimentieren. Hier gibt es außerdem einen Exkurs zum Harvard-Konzept zur Wieder-Auffrischung zwischendurch.

Den größten Nutzen haben Sie, wenn Sie die Themen im 2. und 3. Quadranten genau analysieren. Hier liegen die meisten Verbesserungen, Alternativen und Lösungsmöglichkeiten verborgen. Leider streben die meisten Menschen und Organisationen direkt von Quadrant 1 nach Quadrant 4. Nachdem das Problem festgestellt ist, wird sofort in operativer Hektik überlegt, was nun zu tun ist, um es „wegzumachen“. Dabei ist es viel klüger, die Entstehungsgeschichte zu erforschen und nach Indikatoren zu suchen, die das Problem bedingen. So kann dann auch vorgebeugt werden. Vier gewinnt: Mit diesem Modell lösen Sie festgefahrene Konflikte weiterlesen

Schnell-Check Lebenstorte: Wer bekommt Ihre Zeit?

Mit der „Lebenstorte“ können Sie schnell und leicht herausfinden, wo Sie ansetzen können, wenn Sie etwas verändern möchten. Nehmen wir an, Sie wollen Stress künftig besser bewältigen. Dann setzen Sie die „Lebenstorte“ für eine Bestandsaufnahme ein:

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Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und zeichnen Sie einen großen Kreis. Er symbolisiert die Wach-Zeit, die Ihnen in sieben Tagen zur Verfügung steht. Sie schauen sich eine komplette Woche Ihres normalen Alltags-Lebens an.

Teilen Sie den Kreis nach verschiedenen Themen in Segmente auf, z.Bsp. Familie, Arbeit, Sport, Gesundheit, Ehrenamt, Hobbys. Alles, was Ihnen wichtig ist und in Ihrem Leben Raum bekommt.

Geben Sie den Segmenten in Ihrem Tortendiagramm ebenso viel Platz wie in Ihrem persönlichen Leben.  Es gibt keine "Vorbild-Torte", an die Sie sich halten müssen.

Vorsicht, Falle

Wenn Sie kleine Kinder oder Angehörige pflegen, ein Ehrenamt übernommen haben oder gerade ein Haus bauen, sollten Sie besonders darauf achten, wie viele Stunden Sie hier investieren. Ein Ehrenamt mit zwei Stunden pro Woche ist in Ordnung, 20 Stunden sind es nicht. Hier sehen Sie ein Beispiel für eine "Lebenstorte":

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Seien Sie ehrlich, wenn Sie Ihre Lebenstorte zeichnen. Beschönigen Sie dabei nichts. Lassen Sie nichts weg. Seien Sie realistisch. Schummeln Sie nicht bei Sport, Partnerschaft, Gesundheit, Ernährung, Freunden oder Hobbys. Zeichnen Sie auch nichts ein, was es nicht gibt. Machen Sie einzelne Segmente nicht kleiner, als sie es in Wirklichkeit sind.

Schauen Sie sich Ihre „Lebenstorte“ nun in Ruhe an.

  • Sind Sie grundsätzlich zufrieden mit den einzelnen Segmenten?  
  • Gibt es Veränderungsbedarf? Wenn ja, welchen?
  • Welche „Tortenstücke“ sind zu groß, welche zu klein?
  • Gibt es Bereiche, die überhaupt nicht vorkommen? 

Tipp:

Malen Sie eine zweite Torte, die Ihr ideales Leben zeigt. Legen Sie beide Torten nebeneinander und finden Sie heraus, was konkret Sie tun müssen, damit Wunsch und Wirklichkeit nicht mehr so weit auseinander klaffen. Nehmen Sie sich drei Dinge vor und setzen Sie sie innerhalb der nächsten 72 Stunden um. Alles, was Sie in dieser Zeit anpacken, hat gute Chancen, als Veränderung beibehalten zu werden.

Sie können sich zum Beispiel

  • mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über Lebenstorten austauschen
  • für ein Entspannungstraining anmelden
  • sich mit einem Freund für eine Wanderung verabreden
  • entschließen, ab sofort nur einmal pro Woche Überstunden zu machen
  • dafür entscheiden, nicht mehr in der S-Bahn zu frühstücken
  • vornehmen, einen fernsehfreien Tag pro Woche einzuführen
  • jeden Tag eine Stunde Lesezeit schenken

Zeigen Sie Ihre Lebenstorte doch hier im Blog oder schildern Sie die Erfahrungen, die Sie damit gemacht haben.

Petra-Alexandra Buhl